Newsticker
  1. Liebe User, für eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation habe ich einen Chat eingebunden. Hier könnt ihr euch direkt unterhalten und Gedanken austauschen. Viel Spaß damit.

Wissenswertes zum Thema " Pinsel "

Dieses Thema im Forum "Pinsel, Spachtel und der Rest" wurde erstellt von sladdicool, 22 Februar 2005.

  1. sladdicool

    sladdicool Mitglied

    Registriert seit:
    2 Februar 2004
    Beiträge:
    79
    Punkte für Erfolge:
    0
    DER PINSEL :

    Zur Geschichte :
    Man glaubt es kaum ....
    Der Pinsel gehört wohl zum ältesten Handwerkszeug des Menschen.
    1879 entdeckten Forscher in der Höhle von Altamira ( in der nordspanischen Provinz Santander )ein vollständiges Maleratelier das wohl aus der Zeit um ,und nun haltet euch fest: 13500 v.Chr. stammt !!!!

    Man fand dort Pinselformen wie auch wir sie heute noch verwenden.Es handelte sich um Exemplare mit Griffen aus Röhrenknochen in denen Haare in verschieden Stärken und unterschiedlichen Längen eingesetzt waren.
    Unglaublich oder ?
    Also arbeitete schon der Urzeitmensch mit Pinseln !!!

    Die Haare :
    Man unterscheidet zwischen folgenden Haararten :

    Kolinsky - Rotmarderhaar : Farbe = rotblond
    Hierbei handelt es sich wohl um das teuerste und wertvollste Pinselhaar.Es stammt von den Schweifhaaren des Kolinsky - Rotmaders ( " mustela sibirica " ) .
    Das große sibirische Feuerwiesel kommt außer in Sibirien auch noch in China und Korea vor.
    Diese Wieselart besitzt ein kräftiges , feines und buschiges Fell.Die Spitzen sind extren lang und und fein.
    der Preis für pinselfertiges Rotmarder - Haar liegt bei weitem über dem von Gold !!! ( 10 000 € / Kg)
    ( Nutzung : Hochwertige Aquarell und Öl - Pinsel )

    Das normale Rotmarderhaar : Farbe = rötlich
    Eigentlich gibt es ja ein Tier namens "Rotmarder" gar nicht.Wenn man von Rotmader spricht meint man das rotblonde Haar des Wiesels.
    Diese Marderart kommt in Europa , Nordamerika , Nordafrika und Asien vor. Seine Schweifhaare sind ebenfalls feinspitzig und elastisch aber wesentlich kürzer.
    ( Nutzung : Hochwertige Aquarell, Ölmal , Retuschier -und Schriftenpinsel )

    Iltishaare : Farbe = schwarz , braun bis gebgrau
    Der Iltis ist ebefalls eine Marderart und ind den gleiche Gegenden verbreitet wie das Wiesel.
    Das Iltishaar ist relativ kurz.
    ( Nutzung : Kleine Feinhaarpinsel im Ölmal und Aquarellbereich )

    Fehhaare : Farbe = stark variierend
    Das Wort " Feh " kommt aus der russischen Pelz und Pinselindustrie.
    Es gibt vier verschiedene Arten von Feh - Haar.Grundsätzlich stammt es jedoch vom Schweif der Eichhörnchen
    ( kanadisches muß nachgefärbt werden ;
    Kasanisches Fehhaar ist rotbraun ; Talutky - Fehhaar ist eher selten und ist abgeleitet von einem gleichnamigen MongolenStamm in Sibirien , und zum Schluß noch blaues Fehhaar von schwarzen Eichhörnchen in der Mongolei und Sibirien )

    Rindsohrenhaare : Farbe = weiß , schwarz , braun
    Rindshaare stammen von südamerikanischen , aber auch alpenländischen Rindern.
    Sie haben lange feine Spitzen und sind dazu auch noch kräftig.
    Achtung !
    Das weiße Rindhaar wird auch oft rotmarderähnlich eingefärbt und den Pinseln beigefügt.
    Solch präparierte Pinsel dürfen auch unter dem Namen Rotmarder vertrieben werden ( Allerdings nicht als " echte " Rotmarder ... )
    Durch ihre extreme Länge werden Ridshaare zur Herstellung von Schleppern - Plakatschreibern und Schriftenpinsel benutzt.
    ( Nutzung : Ölmalpinsel )

    Dachshaare : Farbe = ?
    Die Dachshaarpinsel stammen von türkischen und chinesischen Dachsen.
    Das Kammhaar vom Rücken ist hochwertig und wird für Dachsvertreiber benutzt.Das kürzere Seitenhaar dient zur Herstellung von Glas und Porzellanmalpinseln .

    Ziegenhaar : Farbe = grau und weiß
    Das Ziegenfellhaar stammt von japanischen oder chinesischen Ziegen.
    Dieses Pinselhaar ist das qualitativ minderwertigste Haar zur Pinselherstellung.
    Es dient zur herstellung von Schulmalpinseln.

    Ponyhaare : Farbe = variiert
    ( Fälschlicher Weise auch Kamelhaar benannt ! )
    Es stammt von asiatischen und südamerikanischen Kleinpferden.
    Das Ponyhaar ist ein Feinhaar minderer Qualität und ( Nutzung : Schulmalpinseln oder Hobbymalpinseln )

    Naturborsten : Farbe = weiß , grau und schwarz
    Schweineborsten werden aus China importiert.
    Sie sind preisgünstig und hochwertig.
    die Schweineborsten sind sehr kräftig.
    ( Nutzung : Ölmalpinsel )

    Synthetische Haare :
    die Kunstfasern bilden eine ökonomische wiue ökologische Alternative.
    Die Synthetikhaare sind ebenfalls konisch und haben nadelfeine Spitzen.
    hohe Spannkraft und Stabilität sowie Haltbarkeit , sind ebenfalls Pluspunkte.
    Pinsel aus Kunstfasern haben sich in derAcrylmaltechnik und auf rauhen Untergründen bewährt.


    Farbaufnahme und Farbabgabe :
    Haare und Borsten lassen im Pinselkörper kleine Kapillare entstehen , in die die Farbe einfließt beziehungsweise aufgesogen wird .
    Je mehr Haare also in einem Pinsel zusammengefasst sind , desto größer ist die Kapillarwirkung .
    Um so größer ist natürlich auch die Farbaufnahmefähigkeit .
    Das dünnste Haar ist Fehhaar. Daher ist die Haarmenge in der Zwinge größer und das Haar kann daher am besten Farbe aufnehmen .

    Naturhaare und Naturborsten sind alle gleich aufgebaut . Um einen Markstrang schließt sich eine schuppenartige Deckschicht .
    Diese ist von großer Bedeutung für die Saugfähigkeit , Schluss und Elastizität des Pinselkörpers . Je enger die feinen Schuppen am Markstrang anliegen um so größer ist die Spannkraft des Pinsels .
    Saugt ein Pinsel zu lange Wasser oder kann er nicht richtig austrocknen , so öffnet sich die Schuppenhülle . Die Elastizität lässt nach . Das bedeutet der Pinselkörper " geht aus der Form " .
    In diesem Falle reinigen sie den Pinsel gründlich , streifen sie ihn ab , und geben im ausreichend Zeit zum trocknen .

    Der Industriefaser fehlt diese natürliche schuppenartige Deckschicht .Daher sind diese Pinsel gegenüber denen mit Naturhaaren in Sachen Farbabgabe eindeutig unterlegen .

    Zur Reinigung :

    Öl :
    Nur Verdünner verwenden . Abstreifen & Ausklopfen...

    Acryl :
    Wasser und Kernseife genügen wenn die Farbe noch feucht ist.
    Ist die Farbe trocken ----> Verdünner oder sonstige Pinselreiniger ( ist aber mühsam... )

    Aquarell , Tempera usw. :
    Wasser. ( Pinsel müssen im Wasserglas hängen . Stehen sie , lauft ihr Gefahr das die Haare ihre Form ändern , gestaucht werden... Diese Formänderung ist meist irreparabel ! )
    Nach dem Malen , fließend Wasser und ab und zu Kernseife. ( Die Kernseife führt dem Schuppenpanzer Fett zu . So schließen sich auch aufgeweichte Schuppen erneut fest um den Markstrang .

    Für alle Arten gilt :
    Den Pinselkopf beim Reinigen am Zwingenrand gut durchreiben , damit keine Pigmentrückstände in der Zwinge verhärten und die Haare sich dann abspreizen !

    Nach dem Reinigen sollte man den Pinsel auf einem feinem Läppchen abstreifen und die Spitze mit den Fingern wieder in die Ausgangslage zurück formen .
    Nun gut abtrocknen lassen .
    So behält der Pinsel seine Urform und Spannkraft sowie die Elastizität .

    Quelle : Boesner Katalog
     
  2. Goldi

    Goldi Administrator Administrator

    Registriert seit:
    8 Februar 2004
    Beiträge:
    1.401
    Punkte für Erfolge:
    38
    @ Sladdi,

    toller interessanter Thread,

    Danke Dir, habe wieder was dazugelernt. :00000298:

    Liebe Grüße
    Horst
     
  3. sladdicool

    sladdicool Mitglied

    Registriert seit:
    2 Februar 2004
    Beiträge:
    79
    Punkte für Erfolge:
    0
    Bitte schön , gern geschehen !!

    Habe euch jetzt so mit meinen Werken zugepflastert ..... da dachte ich , jetzt sollte ich mal was nützliches einstellen *ggg*

    lg
    sladdi