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wasserlösliche Ölfarben

Dieses Thema im Forum "Öl - Sonstiges" wurde erstellt von Rolanda, 7 August 2015.

  1. Inge

    Inge SUPERVISOR

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    Hallo :00000293:

    Ich bin ein schon-lange-mit-Wassermischbaren-Maler und voll zufrieden damit.
    Das große Mißverständnis beim Gebrauch dieser Farben scheint zu sein: Durch spezielles Herstellungsverfahren mischt sich hier zwar das Öl mit Wasser, wodurch man völlig auf Terpentin (und auch auf genauso giftigen, aber nicht stinkenden Terpentinersatz) verzichten kann und die Pinsel muss man auch nicht in Terpentin stecken. Man mischt die Farben aber gewöhnlich nicht mit Wasser.

    Außer, man möchte z. B. Aquarell-Effekte damit erzielen.
    Oder, man arbeitet in Habenstein-Wischtechnik (Ölfarbe pur auftragen, kurz anziehen lassen, mit Schwamm vorsichtig Akzente wischen)
    Oder man verwendet die Farbe, so wie manche mit Terpentin und konventioneller Ölfarbe, um die erste Anlage auf die Leinwand zu bringen.
    In diesem Fall grlänzt das Medium nicht so satt, wie man es von Öl gewohnt ist, klar. Aber das würde es mit haufenweise Terpentinbeimischung auch nicht tun. Und es ist als unterste Schicht auch völlig unwichtig.
    Sämtliche anderen Techniken, von Spachtel über Trockenpinsel, a-la-prima, Lasur etc. gehen 1 : 1 genauso wie mit konventioneller Ölfarbe. Und sollte ein Pigment mal als Wassermischbare nicht erhältlich sein, kann man es entweder
    bis zur Hälfte einer solchen beimischen und die Eigenschaft reicht noch für beide oder man kann ein entsprechendes Medium (Nr. 7 Lukas) beimischen, das die Eigenschaften herbeiführt.

    Ansonsten ist bei Öl wassermischbar gut aufgehoben, wer
    - in der Wohnung malt und kein Studio hat
    - gerne in Gruppen oder Kursen malt (wenn zehn Leute Terpentin inhalieren...!)
    - oft im Freien oder im Süden malt (die Acrylis sind da leider klar im Nachteil, denen trocknet die Suppe am Pinsel fest)
    - buttrige Konsistenz, cremigen Auftrag und angenehme Haptik liebt
    - keinen Eiligen Auftrag mag, sondern das Malen als Meditation sieht
    - gerne nahtlose Übergänge und Verläufe herstellen möchte
    - systematisch arbeiten kann, d. h. z. B. ein Bild gezielt aufbaut
    - keine Schütt-Technik macht
    - deckende helle Pigmente auf dunklem Grund auftragen möchte

    Nachdem man von Ölfarbe wirklich nur homöopathische Dosen braucht (ich stuppe oft nur die Tubenvorderseite auf meine Palette, ohne zu drücken. Anfänger mischen meist viel zu viel, wenn sie vom Acryl kommen), sollte man sich wirklich lieber weniger Tuben, dafür die Künstlerqualität leisten. Alle anderen, inkl. Lukas Studio, sind bröseliger Schrott.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 August 2015
  2. Rolanda

    Rolanda Aktives Mitglied

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    Hallo Inge,
    Danke für Deinen informativen Beitrag.
    Wenn ich da lese, dass Ölmalerei für Leute ist, die ein Bild gezielt aufbauen und langsam malen, frage ich mich ob es grundsätzlich das richtige für mich ist.
    Ich bin eher ungeduldig und kleckse so drauf los. Die butterte Konsistenz gefällt mir sehr gut. Es macht mir einfach Spaß, die Farbe so direkt aufs Papier zu bringen.

    Die Frage ob wasserlöslich oder normale Ölfarben hat sich für mich jetzt auch erledigt.
    Heute früh bin ich mit Kopfschmerzen aufgewacht. Also war es nicht das Terpentin, sondern die Farbe überhaupt. Vorhin hat mein Mann so nebenbei erwähnt, dass er seit 3 Tagen eine verstopfte Nase hat und fast nichts mehr riecht. Ist es nur ein Zufall, dass vor 3 Tagen die Farben mit der Post gekommen sind?

    Erst heute ist mir wieder eingefallen, dass meine Schwester bereits seit 30 Jahren einen Allergieausweis hat, mit einer Liste der verschiedensten Materialien, die sie nicht verträgt.
    Vielleicht bin ich da ein bisschen familiär vorbelastet.

    Dann probier ich es halt wieder mit Aquarell.
    War aber echt interessant über das Thema wasserlösliche Ölfarben etwas zu lesen.
    Danke für die Meldungen.
     
  3. Beowulf

    Beowulf Aktives Mitglied

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    Viele Farben dünsten immer irgendwas aus, vor allem wenns um pastose Malerei geht. Ich weiß schon, warum ich mit meinen Acrylfarben eher dünn im Aquarellstil arbeite. ;)

    Und falls du bezüglich Aquarellmalerei mal Inspiration brauchst, hier sind viele verschiedene Künstler zu finden: https://www.youtube.com/channel/UCvXYd9tyeV4QmtnSx7XOQnQ
    Das aktuelle Video mit Joseph Zbukvic finde ich besonders interessant.
     
  4. Rolanda

    Rolanda Aktives Mitglied

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    Danke Beowulf für den Tip.
    Hab mir das Video gleich angeschaut. Der Stil von Joseph Zbukvic gefällt mir.
    mal sehen, ob ich da noch mehr finde.
     
  5. Inge

    Inge SUPERVISOR

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    Wg. gezieltem Aufbau:
    Hoffe, mich nicht zu mißverständlich ausgedrückt zu haben:

    Dadurch, dass die Ölfarbe länger "offen" bleibt, ist sie gut manövrierbar, aber wenn du beispielsweise an einem Platz schon Blau aufgetragen hast und dann mit Gelb am gleichen Tag drüberwillst, geht das halt nicht. Das gäbe den berühmten "grünen Mond" :00000108:
    Das kann man z. B. durch Freilassen der Stelle und einen (später praktisch unsichtbaren, aber sehr nützlichen) Grauring umgehen. Das ist nur eines der Beispiele. Aber du siehst schon: Bei Ölfarbe muss man etwas mitdenken. Dafür hat sie halt unendlich viele Mögliichkeiten. Ist halt wie mit einem Vollblutpferd: Schwieriger zu reiten als ein Reitschulpferd, dafür aber auch sehr gute Leistung.
     
  6. Joachim

    Joachim Senior Mitglied

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    Ja, mit Ölfarben ist vieles möglich, da hat Inge natürlich Recht. Das sie aber "schwieriger zu reiten sind als ein Reitschulpferd ...", sprich andere Maltechniken(?), das sehe ich nicht so. Habe im Laufe der Jahre hinreichende Erfahrungen mit unterschiedlichen Maltechniken, wie Aquarell, Gouache, Acryl und Öl, gesammelt. Von der Handhabung her, ist die Ölmalerei am "einfachsten" zu beherrschen (was ich als Vorteil begreife). Schwieriger ist der Umgang mit Acrylfarben. Aquarell- und Gouachfarben verlangen am meisten Erfahrung und Übung, da Korrekturen nur in engen Grenzen möglich sind.

    LG Joachim
     
  7. Inge

    Inge SUPERVISOR

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    Puh, da lässt sich vermutlich endlos drüber diskutieren:

    Aquarell ist so gut wie Einbahnstraße, da ziemlich ireversibel.
    Das Bild wird leicht "zugemalt".
    Übermalen/Korrigieren geht dafür praktisch mit allem.

    Guache lässt sich zwar prima lösen, übermalen usw. (da verstehe ich das Problem nicht so ganz, würde mich aber interessieren, Joachim - ich nehme Guache gerade deshalb für Griseille so gerne, weil man endlos verbessern kann), ist aber wohl z. B. nicht so gut zu verblenden wie Öl.
    Übermalen/Korrigieren geht praktisch mit allem.

    Öl (egal ob wassermischbar oder normalo) muss von Mager nach Fett gemalt werden und verblendet unfreiwillig bzw. löst sich wieder, wenn nicht ausreichend trocken.
    Übermalen/Korrigieren geht praktisch nur mit weiterem Öl oder Ölpastell.


    Acryl trocknet einem unter dem A... weg, wenn es zu warm ist, verblendet und lasiert nicht so gut wie Öl, kann aber dafür -zig mal ohne Rücksicht auf Konsistenz übermalt werden, wodurch das Bild nicht so durchgeplant werden muss wie bei Öl oder Aquarell.
    Übermalen/Korrigieren geht praktisch mit allem.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22 Juni 2016
  8. evalena

    evalena Forum-Guru

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    Ich habe eure Beiträge nachgelesen – weiss aber immer noch nicht wie ich weitermachen soll. Eigentlich dachte ich mit Acryl mein „Malmedium“ gefunden zu haben. Aber jetzt stelle ich fest, dass – sobald ich etwas pastöser malen will - die Farbe so schnell trocknet, dass ich überfordert bin. Es gelingt mir nicht weiche Übergänge zu schaffen. Lasierend zu malen war Ok….aber dann bin ich wieder am gleichen Ort wie mit der Aquarelltechnik. Diese dünnen Farbaufträge lassen Korrekturen (wie beim Aquarell) auch nur bedingt zu. Ich möchte aber Zeit haben….Natürlich mache ich mir im Vorfeld schon viele Gedanken wo Licht und Schatten hinsollen. Aber als Anfängerin wäre ich froh, diese wenigstens minimal verändern zu können. Mit Acryl schaffe ich das nicht – ist alles schon knochentrocken wenn ich Korrekturen anbringen will. Das frustriert mich.

    Nun habe ich noch einen Gutschein von Boesner und könnte mir darum einige Tuben Ölfarbe leisten. Ich lebe und arbeite in einem einzigen Raum (ist auch Schlafplatz) und ertrage auch den Geruch von Lösungsmitteln nicht. Wäre sicher auch nicht sinnvoll bei diesen Bedingungen.) Und in einem von Inges Beiträgen habe ich genau diese Punkte aufgelistet gesehen. Also alles Gründe die für wasserlösliche Ölfarben sprechen würden. Da mir in dieser Technik jegliche Erfahrung fehlt hätte ich eine Frage an euch. Kann man damit auch lasierend malen und dann in weiteren Schritten etwas pastöser werden mit den Farbaufträgen? Es steht geschrieben, dass man die Farben nicht mit Wasser verdünnen soll. Darum ist es für mich schwer vorstellbar, dass sich diese Farben in dünnen Schichten auftragen lassen. Von Anbeginn an zu pastös malen zu müssen (alla Prima?) stelle ich mir nämlich sehr sehr schwierig vor. Die Wartezeit für die Trocknung der Farbe wäre mir egal. Ich würde sie nutzen um Anderes zu üben….Ich möchte einfach keinen Fehlkauf begehen......

    Danke für’s lesen….:)
     
  9. Beowulf

    Beowulf Aktives Mitglied

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    Bei Ölfarben werden als magere Untermalung gerne Lösungsmittel wie Terpentin bei der Untermalung genommen. Es gibt auch geruchlose Verdünner, die aber trotzdem gesundheitsschädlich sind.

    Da du aber schon Acrylfarben besitzt, kannst du mit ihnen eine Untermalung machen. Damit die Ölfarben dann noch gut haften, sollte die Acrylschicht äußerst dünn und/oder matt sein. Denkbar wäre auch Tempera, Gouache oder Aquarell als Untermalung.

    Auf derartigen Untermalungen kannst du dann durchaus pastos bzw. mit geringfügigem Malmitteleinsatz mit Öl loslegen. Um die Komplexität dieser ersten Ölfarbschicht zu verringern, gestalten Maler diese gerne monochrom oder in stark vereinfachter Farbgebung.

    Vielleicht wäre es mal sinnvoll, wenn du auf einer dünnen Imprimitur und Untertuschung aus Umbra mit Grautönen mal Grisailles übst. Dafür bräuchtest du nur zwei Ölfarben, Weiß und Schwarz. Damit könntest du testen, wie dir das "Zermalen" der Ölfarben so liegt.
     
  10. evalena

    evalena Forum-Guru

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    Stimmt Björn....Genau so mache ich das. Sobald ich Zeit finde kaufe ich mir Schwarz u. Weiss. Das schützt mich vor einem Fehlkauf. Und wenn es mir Freude macht, dann kaufe ich einfach Farben dazu....:00000258:

    Danke für den Tip....
    :00000293:
     
  11. Joachim

    Joachim Senior Mitglied

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    @ Inge, ist letztlich immer eine Sache der persönlichen Vorlieben und Veranlagungen, wenn es um die Wahl der passenden Maltechnik geht.
    Was die Gouachefarben angeht, so ist die leichte Anlösbarkeit zwar ein Vorteil, aber auch nachteilig, wenn es ums Übermalen und Lasieren geht. Schnell hat man die unterer Schicht wieder angelöst und zu einer schmutzigen Farbsoße vermischt.

    Öl und Aquarell machen mir eigentlich am meisten Spaß. Acryl kommt da nicht ganz ran. Die wasservermischbaren Ölfarben sind eine gute Alternative, wenn man auf Lösungsmittel empfindlich reagiert. Zur Zeit habe ich mich auf das Malmittel W von Schmincke "eingeschossen", das normale Ölfarben wasservermischbar macht.

    LG Joachim
     
  12. oberscheyrer

    oberscheyrer Neuer User

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    Hallo
    ich bin seit längerem im Forum hab aber noch nie einen Beitrag geschrieben.
    Seit neuem male ich auch mit wasserlöslichen Ölfarben (Artisan) und bin eigentlich ganz zufrieden.
    Da ich allerdings noch viele Lukas 1862 Farben habe, verwende ich diese nach wie vor und zwar wie folgt:
    a) Ich vermale die Lukas 1862, verdünne allerdings nur mit Leinöl.
    b) Nach dem Malen tauche ich meine Pinsel in ein Glas mit Medium W von Schmincke und kann die Pinsel wunderbar mit Wasser und Seife reinigen.Das Medium W im Glas muss ich nicht jedesmal wechseln, da die Pinsel natürlich auch die verschmutzte Medium W getaucht werden können.

    Ich mache das bis ich meine ganzen normalen Ölfarben verbraucht habe und verwende dann nur noch Artisan.

    Frage? Könnte man auch den Verdünner von Winsor & nEWTON FÜR NORMALE öLFARBEN NUTZENß iCH HABS NOCH NICHT PROBIERT:

    Welche wasserlöslichen Ölfarben verwendet ihr; ich habe die besten Erfahrungen mir Artisan von Winsor & Newton.

    Gruss
    Oberscheyrer
     
  13. jobr

    jobr Aktives Mitglied

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    Das würde schon funktionieren, aber:
    Medium W u. a. Malmittel finde ich viel zu teuer um sie als Pinselreiniger zu verwenden, normales Speiseöl (Sonnenblumen, Erdnuss, . .) geht genausogut und kostet ein Zehntel von Medium W.
    .
    ich habe vor Jahren auch mal Artisan versucht aber eigentlich hat sie Null Vorteile gegenüber normaler Ölfarbe!
     
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  14. Johndell

    Johndell Senior Mitglied

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    Normal nimmt man ein Pinselreiniger auf Petroleum Basis wie Gamsol. Der verdunstet nicht, Pigmente sammeln sich am Boden und ist wieder verwendbar. Man kann darin die Pinsel richtig ausspühlen bis kaum noch was drin ist. Es löst sich so gut als würde man ein Aquarellpinsel in Wasser waschen.... danach kann man in Seife genau so gut auswaschen.

    Wenn man nicht vor hat danach weiter zu malen, kannst dir genau so gut ein Glas Wasser mit Spüli hinstellen als so ein teures Malmittel zu nehmen, den nichts anderes macht es auch, es spaltet die Fette auf. Aber das tut es auch schon wenn du normal mit Kernseife auswäscht, daher wäre es alles nur doppelt.

    Wenn man eine Salatschüssel abwäscht, reinigt man ja auch nicht zuvor mit Medium W und spühlt sie anschließend mit Spülwasser aus :D macht kein Sinn.
     
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