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Flämisch -oder auch nicht ?

Dieses Thema im Forum "Für Fortgeschrittene" wurde erstellt von karlwei, 7 März 2015.

  1. birdy

    birdy Senior Mitglied

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    ich malte selber auch schon mit kaffee und honig, hält sich heute noch ohne probleme (!) http://www.happypainting.de/showthread.php?t=21527

    der kleister mit mehl war der kleber in meiner kindheit. in unserem haus war eine papierhandlung die unmengen an resten in die waschküche zum verheizen auslagerte (damals gabs bei uns noch einmal pro woche badetag und mama heizte kräftig ein....im kessel die wäsche und das ausgelutschte wasser,...in dem wurden wir dann gereinigt....), für mich ein paradies und aus dem "müll" wurden kleine gemalte kunstwerke, papiermodelle und allerlei "dioramen" wie man sie heute nennt, bis hin zu flugfähigen kartonraketen die mit unkrautsalz und staubzuckergemisch dann am land (erfolgreich) hochgeschossen wurden....aber das ist eine andere geschichte.

    kaffee und honig ist super zum malen...! mehlkleister funktioniert....so manches hat sich bewährt und wurde irgendwann durch künstlich hergestellte ersetzt. das alte funktioniert aber deshalb noch immer...

    insgesamt können wir aber froh sein, dass unsere vorfahren so kreativ waren und uns ermöglichen, diese farben und bindemittel auf unser hobby abgestimmt fertig kaufen können.

    lg,
    erwin
     
  2. bruno

    bruno Senior Mitglied

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    Das kannst du wohl laut sagen! Wir können heute mit so tollen Materialien arbeiten und die auch noch ganz bequem im Laden oder gar online von der Couch aus kaufen. Auch wenn heute viel überflüssiger oder minderwertiger Kram dabei ist, die Maler der früheren Jahrhunderte wären froh gewesen solch eine Auswahl in guter und vor allem gleichbleibender Qualität zur Verfügung zu haben.

    Ich reibe mittlerweile zwar auch manchmal meine Ölfarben selbst an, Tempera sowieso - wenn man die Pigmente und Öle erstmal da hat ist das ja schnell gemacht. Aber selbst da schwelgen wir ja heute im Luxus. Wenn ich was brauche bestelle ich es mir einfach, die Herren Rembrandt & Co. mussten sich zumindest die exotischeren Pigmente ja auch erst mühsam beschaffen. Es ist auch kein Zufall dass die Malerei vor allem dort aufblühte wo die Handelszentren waren. Zum einen gab es dort solvente Auftraggeber, aber eben auch den internationalen Handel. Indisch Gelb, Terra di Siena und echtes Lapislazuli-Ultramarin kamen von weit her und waren sowohl teuer als auch nicht immer zu kriegen. Davon mal abgesehen dass vieles damals auch noch hochgiftig war... Nee, da bin ich froh dass wir heute alles leicht kaufen können...
     
  3. bruno

    bruno Senior Mitglied

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    Erwin, ich hab mir gerade dein Kaffee-Kaffeehaus angesehen, find ich super.

    Honig wird auch heute übrigens noch von manchen Herstellern verwendet. Wenn ich nicht irre, ist in den Aquarellfarben von Lukas ("Feuchte Aquarellfarbe") als auch in denen von White Nights Honig drin. Das riecht man meiner Meinung auch. Dünn vermalt klebt das auch nicht. Nur wenn man sie dick vermalt kann das passieren, wie du ja auch schon geschrieben hast :)
     
  4. birdy

    birdy Senior Mitglied

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    genau aus diesen (oder ähnlichen) gründen lege ich nicht so extrem grossen wert auf gewisse dinge die andere so überbewerten....
    lichtechtheit, idealpapier, exotisch teure spezialpinsel usw.....ich lege wert auf disziplinierte ausarbeitung und vertraue auf die erfahrung, die uns viele andere schenken. das material ist da nicht mehr so wichtig, wenn man bedenkt mit welchen mitteln, papier, farbe etc. so grosse meisterwerke entstanden sind. nicht das material macht es...derjenige der den pinsel oder stift führt schafft das schöne.

    lg,
    erwin
     
  5. levina

    levina Senior Mitglied

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    Karl, kannst du noch mal näher beschreiben, wie dein Rezept für den Grund mit Ölzusatz ist?

    Ich benutze sowohl für Platten wie auch Leinwände einen selbstgemachten Grund auf Kreidebasis. Dazu rühre ich Leimfarbe (z.B. Firma Pufas, Pulver das mit Wasser angerührt wird) an und setze noch 10-15% Leim hinzu (entweder Hasenhautleim oder lieber Weißleim in Form von Ponal). Der Grund wird in dünnen Schichten mithilfe einer flexiblen Plastikkarte aufgetragen und zwischendrin immer wieder glatt geschliffen.
    Die Oberfläche ist dann schön glatt und Eierschalen-artig.
    Um die Saugfähigkeit zu steuern, trage ich eine Imprimitur verdünnt mit Terpentinersatz auf. Später verzichte ich ganz auf leichtflüchtige Malmittel, aber für diesen Schritt hat es sich bewährt und man kann es auch gut draußen machen.

    Würde mich freuen, wenn noch mehr hier von ihren Erfahrungen mit Untergründen berichten.
     
  6. Mastix

    Mastix Forum-Guru

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    Der Ölkreide/ Halbkreidegrund wie ich ihn mache ist im Grunde genommen: Vorleimung mit Hasenleim, danach in das wiedererwärmte Leimwasser Kreide und Zinkweißpigment- Titanweiß ist auch okay -unter rühren,am Besten mit dem mit dem Schneebesen . Dann gebe ich Leinöl hinzu. Manchmal bis zu 30 %.
    Zum Auftragen nehme ich die warme Mischung und tauche den Pinsel zwischendurch auch in Wasser um die Halbkreidegrundmischung geschmeidiger zu machen. Aber wie gesagt: Die warme Mischung.
    Man kann auch Leinölfirniss nehmen wenn man es Eilig hat. Aber ich nehme lieber Leinöl und lasse die Leinwände ca. 3 Monate danach ruhen.
    Dieser Halbkreidegrund ergibt eine wunderbar geschmeidige ,elastische ,seidige Oberfläche.
     
  7. karlwei

    karlwei Senior Mitglied

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    ich habe die ersten Gründe verhaut, die Fehler wahren:
    das Erste mal - Hasenhaut Leim für die Vorleimung nicht verdünnt, wahr zu stark und wohl zu dick aufgetragen - nach einer Woche haben sich Falten an den Ecken gebildet.
    Auch die Keile sollte man nicht zu stark hineinschlagen, da sich die LW sehr stark spannt.
    das zweite mal - den Kreidegrund nach jeden warmen Auftrag nicht mit Wasser verdünnt, der Grund wurde immer stärker und es entstanden später Sprünge.
    das dritte mal - habe ich das Öl nicht zu den kalten Kreidegrund Tropfenweise hinzu gegeben, zu schnell macht das sich das Öl (ich nehme Öl Firnis) nicht mit den Kreide Grund verbindet, das Öl schwimmt etwas oben. (ist wie beim Majo schlagen)

    Vor einigen Wochen habe ich wieder welche gemacht und die wurden super, keine Sprünge, schön glatt und elastisch.

    Anstatt Öl kann man auch Alkaloid Lack verwenden, Kunstharzlack löslich mit Kunstharzverdünner vom Baumarkt.
    Geht auch sehr gut und der Grund trocknet viel schneller, in einigen Tagen kann man darauf malen .
    Die Qualität von solchen Halbkreide Gründen kann man testen wenn man an der Hinterseite mit den Daumen leicht hineindrückt und es nicht klackt oder der Grund kleine Sprünge dadurch bekommt.

    Solchen Grund, wie du ihn Lavina beschreibst, habe ich noch nie gemacht, habe aber schon des öfteren gelesen das es mit Fassadenfarbe oder Innendispersion gut gehen soll, ich glaube aber nicht das man da so glatte Oberflächen bekommt.
    Dein Rezept hört sich gut an DANKE , ist sicher mal einen Versuch wert.

    Falls noch jemand die genaue Vorgenweise oder das Rezept von meinen Grund braucht, so werde ich des in diesen Thread schreiben.
    LG Karl
     
  8. karlwei

    karlwei Senior Mitglied

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    Hallo !
    Bevor ich nun zu meinen letzten Beitrag über Harze komme und somit für mich der Thread beendet ist, möchte ich noch die Vorgehensweise und das Rezept von diesem Halbkreidegrund Erklären.

    Es schwirren ja jede Mange Rezepte und gut gemeinte Tipps umher, daher werde ich nur von meinen Erfahrungen berichten, leider wird das wieder mal sehr lange, da ja einen Menge schief gehen kann (siehe etwas weiter oben) und man sich viel Ärger und Zeit erspart wenn von Anfang an richtig vorgeht.

    Da diese Beschreibung sehr lange ist kann man sie getrost übergehen, falls man nicht vor hat jäh einen Halbkreidegrund zu machen.

    Viele werden sich fragen ob es überhaupt nötig ist so einen Aufwendigen Grund zu machen, daher soll man sich vorher überlegen was man malen will.

    Kreidegrund ist Leim – Wasser – Zinkweiß – Champagnerkreide
    Halbkreidegrund ist das Ganze mit ÖL, dadurch wird der Grund elastisch

    Bei den Holzplatten geht sehr gut ein normaler Kreidegrund, allerdings sind diese Platten ziemlich schwer und ab einer gewissen Größe nehme ich dann LW – bei mir aller was größer ist als 50 cm(egal ob Höhe oder Breite)
    Ich nehme MDF Platten, Hartfaser platten wölben sich zu stark, auch wenn man sie vorne und hinten grundiert. Am besten eignen sich Platten ab 4mm, die bleiben gerade, die dünneren nehme ich zum Aufziehen (ankleben der LW an die Platte) der grundierten LW.

    Leinwände sind am besten Reinleinen in Portraitqualität, leider sind die sehr teuer, Mischgewebe geht da auch, sind etwas feiner und billiger. Leinen gibt es auf Rollen 160 cm oder 240 cm X 10 m, mach mal auch kleinere Stücke, die sind dann aber teurer.
    Da ich ja meine LW auf Platten aufziehe verwende ich dünnere LW 230 g/qm, will man auf Keilrahmen malen wäre da etwas stärkere Leinen von Vorteil, so 320 - 380 g/qm

    Bei der Flämischen Technik( um die geht´s ja bei diesen Thread) ist es sehr wichtig das Tiefenlicht, das erreicht man durch sehr dünne Aufträge (Lasuren) die man in Acryl oder Öl machen kann.
    Daß sind drei Lasuren bis zum sogn. Optischen Grau, keine Imprimatur. Macht man dies Lasuren in Acryl braucht es keinen Kreidegrund, ein geschliffenen Gessogrund genügt(Akryl hällt nur schlecht auf Kreidegrund und gar nicht auf Halbkreidegrund).
    Macht man diese Schichten in ÖL ist ein Kreidegrund Voraussetzung – habe viel probiert und habe noch keine Alternative gefunden.
    Bei Schichtmalerei, also Grissaile oder farbige Untermalung braucht es nicht unbedingt einen Kreidegrund da man ja nicht mit Tiefenlicht arbeitet.

    Der Vorteil von Acryl Lasuren bis zum Optischen Grau sind natürlich die Schnelligkeit, Optisch macht es keinen Unterschied, allerdings hat es den Nachteil das man zwischen den Schichten und den Höhungen die LW nicht mit einer Klinge abziehen kann, der Untergrund dadurch nicht so glatt wird,
    denn jäh glatter der Untergrund, desto besser die Transparenz und somit auch die Tiefe des Bildes.

    Man muß sich das so wie bei einen Spiegel vorstellen, das Silber das vor dem Deckglas aufgedampft wird bestimmt die Eigenschaften des Spiegels, ist sie fleckig oder nicht gleichmäßig wird der Spiegel an diesen Stellen stumpf.

    So nun zum Rezept.
    75 g Hasenhautleim über Nacht in 1l kalten Wasser einweichen.
    1l Leitungswasser - später zum verdünnen
    1 Volumeneinheit Zinkweiß Rotsiegel (das ist das Billigere Zinkweiß)
    1 Volumeneinheit Kreide - Campagnerkreide nehme ich, geht aber auch andere
    Ca. 1/3 Volumeneinheit Leinöl oder Leinölfirnis

    Einige Utensilien braucht es auch dazu, siehe Foto weiter unten.
    Ein kleiner elektr.. Kocher (nicht auf dem Foto) zwei alte Töpfe die ineinander passen, für das Wasserbad, ein altes Wurst Thermometer, ein Schneebesen, einen Rundpinsel, einen Flächenstreicher, Schleifpapier(nicht auf dem Foto)

    Die eingeweichten Leitkügelchen mit einen halben bis einen Liter Wasser verdünnen (jäh dünner die LW umso mehr Wasser braucht es) im Wasserbad auf 60 bis 65 Grad erwärmen – nicht über 70 Grad, ab da verliert der Leim die Klebekraft.


    Mit den Rundpinsel die Platte/Leinwand dünn mit den Leim ein stupsen, nur so viel das die Zwischenraume(bei LW) sich etwas verkleben und später der Grund nicht hinten austreten kann.
    Ein zu viel an Leim oder zu starker Leim(zu wenig Wasser) ergibt eine zu große Spannung und es entstehen Falten an den Ecken - logisch, nur bei LW.
    Trocknen lassen, die LW hängt nun durch, aber sie spannt sich wieder (Baumwolle nicht mehr ganz, daher keine reine Baumwolle verwenden).
    Den restlichen Leim etwas verdünnen, die gleiche Menge (Volumeinheit) Zinkweiß und Kreide dazu geben, langsam unter ständigen rühren wieder im Wasserbad auf ca. 60 Grad erwärmen.

    Diese Mischung nennt man Kreidegrund und man kann ihn so auf Platten auftragen, so 5 bis 6 mal – dazwischen immer ein wenig Wasser hinzu geben und warm auftragen, wieder so 60 Grad.
    Dieser Grund saugt sehr stark und sollte “ gelöscht“ werden, also ein Auftrag welcher die Saugfähigkeit herabsetzt. Das Kann eine Untertuschung, ein Tempera Schicht oder eine Imprimatur sein.

    Für LW braucht es einen elastischen Grund, dazu nehme ich den Kreidegrund und füge bis zu einen Drittel (meist weniger)Leinöl oder Leinölfirnis hinzu. Da muß man aber etwas aufpassen – ist wie bei Majo schlagen, immer Tröpfchenweise, ansonsten verbindet sich das Öl nicht mit dem Kreidegrund.

    Mit dem gestockten kalten Kreidegrund beginnen, im Wasserbad langsam auf die 60 Grad warm machen und unter ständigen rühren langsam das Öl hinzu geben, bis man eine schön sämige Masse hat – sollte so ähnlich wie Kaffeesahne sein.

    Birdy, das wäre nun was für deine Küche, mit diesem Rezept bist du bei jedem Kochkurs vorne dabei!

    Die LW damit dünn einstreichen, eine Tag trocknen lassen, dann das gleiche so 5 bis 6 mal wiederholen, dazwischen den Leim immer mit etwas Wasser verdünnen, damit ersetzt man das verdunstete Wasser, denn wenn man starken Grund über schwach Geleimten Grund gibt ergibt das später Sprünge.

    Zwischen den einzelnen Aufträgen schleife ich den Grund immer docken, wobei jedes Mal das Schleifleinen feiner werden sollte, begonnen bei 140 bis 600 er. Die letzte Schicht schleife ich nass, dabei wird dann der Grund wirklich glatt.

    Diese Menge reicht für ca. 10 bis 12 LW 60X80, sie brauchen so ein halber Jahr zu trocknen.

    Nimmt man anstatt Leinöl Akoydlack verkürzt sich diese Trocknungszeit auf einige Tage, der Grund ist aber nicht so saugfähig und weniger elastisch.

    Ich mache mir so zwei bis drei Mal im Jahr LW nach dieser Rezeptur, die Ersten male gingen daneben, aber inzwischen ist das bei mir schon Routine.
    Sicher gehen auch andere Vorgehensweisen gut, ich glaube da sollte jeder für sich selber Erfahrungen sammeln.

    LG Karl
     

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    Zuletzt bearbeitet: 16 März 2015
  9. levina

    levina Senior Mitglied

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    Danke Marion und Karl!
    Irgendwie juckt es mich jetzt in den Fingern, einfach mal meiner Leimfarbe auch noch erwärmt ein bisschen Öl beizufügen.
    Ich verwende es zwar auch so für Leinwände, habe aber auch immer ein bisschen Sorge, ob die Flexibilität ausreicht. Bislang gab es keine Probleme, aber einen Härtetest traue ich mich auch nicht zu machen.
     
  10. karlwei

    karlwei Senior Mitglied

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    Danke levina für`s Anschauen, der lange Text ist ja auch sicher nicht einfach zu verstehen,
    Ich würde sagen du probierst einfach mal bei dern er Mischung ob es was bringt und wenn es nur Erfahrung ist, ist auch schon was gewonnen:00000681:

    Ich habe da ganz vergessen, die machten früher auch einen farbigen Grund, den sogn. Polus Grund, das ist die Farbige Tonerde welche beim vergolden gebraucht wird.
    Sie ist rot-braun und auch sehr saugend, als Ersatz hat man eine Schicht mit caput mortum aufgetragen.
    Beide Variationen sind nicht so transparent als das optische grau und somit leidet die Tiefenwirkung.
    Ich habe früher einige dieser Gründe gebraucht um Rembrandt nach zu malen, liegt mir persönlich nicht so:00000109:
    Auch auf Kupfer oder Gold wurde oft gemalt, gibt einen schönen Glanz, besonders Hauttöne kommen sehr gut zu Geltung. Dabei wird natürlich kein Kreidegrund verwendet, sondern nur die Leimung.
    Schiefer wahr damals auch beliebt, ist aber sehr spröde.
    So, nun glaube ich , das wahr so das Wichtigste bei dem Untergrund.
    LG KArl
     
  11. karlwei

    karlwei Senior Mitglied

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    sodala. nun zu meinen letzten Beitrag, diesmal ganz kurz und nur Erwähnt und aus der Praxis -Harze und Standöl
    Diese spielen bei der Flämischen Malerei eine sehr große Rolle, Harze machen das Malmittel mager, es macht die Schicht glänzend, die Farbe verinnt sehr gut ineinander und es macht diesen typischen Kacheleffekt was auch diese Art der Bilder so "Einzigartig" macht.

    Ich verwende Damarfirnis, welches ich mir selbst herstelle, ist ca. 10 X billiger als das fertige, welches man bei Boesner bekommt.

    Venezianisches Terpentin, das alleine zu beschreiben würde schon einige Seiten brauchen, daher nur kurz, ich verwende es am Ende des Bildes, es hat ähnliche Eigenschaften wie Standöl trocknet aber sehr langsam, klebt lange nach.
    Genaueres könnt ihr bei Wiettingof nachlesen oder Bruno wird es euch sicher ausführlicher Erklären.
    Kunstharze verwende ich auch, so ist zum Beispiel Liquin eine Art von Kunstharz.
    Standöl, gibt es nicht mehr das gleiche wie früher. Heutiges hat ganz andere Eigenschaften als das von Früher.
    Vorigen Sommer versuchte ich mir nach alten Rezept eines herzustellen, ist mir nicht gelungen da wir ja kaum Sonnentage hatten.
    Man nimmt es um die Schicht fetter zu machen, die Farben besser ineinander verinnen, also bei den Verlaufen.

    Ich muß sagen so viel geschrieben wie bei diesen Thread habe ich auch schon lange nicht mehr, daher sei es mir mal vergönnt auch einen Privaten Gedanken hier einzubringen.
    Vor Jahren habe ich schon mal versucht das Flämische bei den Happys vorzustellen, dabei wurde ich vieler schlechter Dinge beschuldigt, ich hatte kaum die Möglichkeit mich klarzustellen, meine Sicht der Dinge zu zeigen.
    Sicherlich sind die "Provis" von damals nicht mehr im Forum und werden den Thread kaum lesen, die wenigen von damals die noch hier vertreten sind haben sich ja kaum hier geäußert, trotzdem ist es mir ein Bedürfnis gewesen hier meine Sicht der Dinge darzustellen.
    Somit ist mein "Seelenfrieden" wieder hergestellt und sollte mal jemand alt Meisterlich lesen und nur so im Hinterkopf denken, da gibt es ja auch noch was anderes als diese Grisaille so hat sich mein Beitrag schon gelohnt.

    Wenn wirklich mal jemand diese Art der Malerei versuchen will, so wird er einer Menge an Zeit und Wissen investieren müssen, wird aber mit einen Bild welches sich aus der großen Masse positiv hervorhebt belohnt.

    Bedanken möchte ich mich noch mal bei Atschi, der es ja erst durch dieses Unterforum ermöglicht hat den Thread zu schreiben, natürlich bei Bruno der den Thread erst "Lesenswert" gemacht hat und natürlich besonders bei allen die was geschrieben und mitgelesen haben.

    Zu erwähnen währe da noch mein SbS von dem Venedig Bild, so könnt ihr das Flämische an Hand von Beispielen sehen, lohnt sich sicher mal vorbei zu schauen, dürfte das letzte mal sein das man hier was von dieser Technik sieht, von mir zumindest, da ich ja nun Sacharof Spachtelei zuwende, habe vor die meisten Videos von ihm nachzuspachteln - da gibt es auch ein Unterforum welches ein wenig "Wiederbelebung" braucht.

    Für die Zukunft, vielleicht hat ja jemand von den Fortgeschrittenen auch mal Lust hier ein Thema zu erstellen, bevor das Unterforum wieder in Vergessenheit gerät.

    LG Karl
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 März 2015
  12. Atschi

    Atschi Forum-Ikone Administrator

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    Dann möchte ich mich mal bei allen Mitwirkenden bedanken.
    Ich habe festgestellt, dass es doch sehr aufwändig ist. Alleine schon der Kreidegrund, und die anderen Materialien. Wenn man dann feststellt dass es einem nicht liegt, hat man schon ganz schön investiert.
    Da ich ja jemand bin, der immer alles machen will, und dann nichts schafft, (siehe Aquarell) habe ich beschlossen, dass ich eine Malerin, die in der Nähe ihr Atelier hat, zu fragen ob sie mir eine Leinwand mit Kreidegrund vorbereiten kann. Ich weiß zwar nicht ob sie Kreidegrund macht, aber ich weiß dass sie ihre Leinwände mit Hasenhautleim vorbehandelt.
    Wenn das klappen sollte, werde ich mir den Rest kaufen. Da werde ich bestimmt noch einige Lasurpinsel brauchen. Und Eier, wir brauchen mehr Eier.
     
  13. karlwei

    karlwei Senior Mitglied

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    eigene Hennen würden da schon helfen, keinen Gockel :00000285:
    Lg Karl
     
  14. birdy

    birdy Senior Mitglied

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    auch ich bedanke mich, auch wenn ich mich nicht produktiv an den techniken beteiligen konnte....ausgenommen mein "eigenrezept":00000285:
    ...gut möglich, dass ich früher oder später darauf zurückgreife wenn ich mal von aquarell eine pause brauche. insgesamt klingt es ja sehr nach "selbermachen". mich schrecken nur diese langen trockenpausen, die fallen bei aquarell praktisch weg....

    lg,
    erwin
     
  15. bruno

    bruno Senior Mitglied

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    Jetzt weiss ich endlich warum es zuletzt nicht geklappt hat. Das blöde Vieh hat mich immer nur frühmorgens geweckt, ein Ei gelegt hat es nie. Danke für den Tipp, da kann ich ja lange auf das Ei warten.
     
  16. bruno

    bruno Senior Mitglied

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    Das mit dem Aufwand ist auch ein bisschen mein Problem. Hab ja nun nur meine Single-Wohnung ohne wirklich nutzbare Keller-Werkstatt oder so. Meine Malecke im Wohnzimmer ist zwar schon recht großzügig, wenn ich mich da ausbreite ist schnell das halbe Wohnzimmer belegt. Um aber nun langwierig Leim zu kochen und mit Kreidegrund rumzumatschern, braucht man schon möglichst eine richtige Werkstatt-Ecke bzw. -Raum, und das fehlt bei mir leider nun mal. Das macht ja auch mal schnell Dreck, und Hasenhautleim riecht wohl auch nicht so angenehm?

    Alleine vorbereitete Leinwände dutzendweise zum Trocknen monatelang zu lagern, da fehlt mir einfach der Platz. Daher verwende ich für meine dezenten Versuche einfach normale Keilrahmen und manchmal auch Platten, die ich dann nur nachbehandle, zb mit dem Oil Primer von W&N. Ich weiss, das ist nicht dasselbe, vielleicht sollte ich es doch auch mal mit dem Kreide- bzw. Halbkreidegrund versuchen.

    Atschi, was die Kosten angeht ist das doch gar nicht so wild. Wenn man die Materialien erst mal da hat ist das doch nicht wild. Pigmente, Kalk bzw. Kreidemehl, Leinöl und Leinölfirnis habe ich eh immer da. Fehlt eigentlich nur der Hasenleim, und der ist doch nicht teuer. Auch rohe Leinwand mag zwar vielleicht auf ne ganze Rolle berechnet etwas kosten. Sie dürfte aber vermutlich immer günstiger sein als fertig bespannte Leinwände auf Keilrahmen, zumindest wenn die Qualität gleich gut ist. Nein, die Kosten halten mich nicht ab, eher der Arbeitsaufwand, der Dreck und der fehlende Platz...
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 März 2015
  17. Lillemut

    Lillemut Senior Mitglied

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    Lieben Dank Karl das du dir die Mühe gemacht hast dein Wissen und deine Erfahrungen weiter zu geben.
    Es war sehr informativ und lesenswert. Bestimmt werde ich noch öfter darauf zurückgreifen.
    Im Moment habe ich ein großes Bild vor mir, Technik mein eigenes Gewurschtel nenne ich es immer, aber ich lerne gerne immer etwas Neues dazu.

    Nochmals Danke!!:00000298:
     
  18. bruno

    bruno Senior Mitglied

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    Sicher ist es den meisten hier längst klar, zumindest den alten Hasen (-leimverwendern). Für alle anderen wollte ich nochmal kurz klarstellen, dass "Leinölfirnis" und "Dammarfirnis" zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Es ist wichtig den Unterschied zu kennen, da beide in unseren Rezepten zb für Tempera und Halbkreidegrund vorkommen.

    Also:

    1. Leinölfirnis ist schlicht und ergreifend einfach nur Leinöl, dem ein Sikkativ (=Trocknungsbeschleuniger) zugesetzt wurde. Neben der Verwendung als Malhilfsmittel ist das ein uraltes traditionelles Holzschutzmittel, das auch heute noch gerne als solches verwendet wird. Auch die Imker verwenden es gerne als biologisches Holzschutzmittel, die imprägnieren damit ihre Bienenstöcke. Das was ich verwende stammt übrigens aus einem Laden für Imkerbedarf. Natürlich kann man es auch zb bei Kremer-Pigmente kaufen, aber auch in den meisten Baumärkten kann man es kriegen. Ich weiss gar nicht mehr so genau was ich damals bezahlt habe, teuer ist das nicht. Ich denke mal mehr als 5-10 Euro/Liter sollte das nicht kosten.

    Da Leinölfirnis also fast komplett aus Leinöl besteht, ist es natürlich sehr "fett" im maltechnischen Sinn.

    2. Dammarfirnis: Dammarfirnis besteht aus Dammar-Harz, das man in Form von kleinen festen Bröckchen kaufen kann. Diese Bröckchen werden dann einfach in Terpentinöl oder in "Testbenzin" aufgelöst. Meist im Verhältnis 1:2 oder 1:3. Natürlich kann man diese Mischung auch fertig kaufen. Es enthält also zunächst mal keinerlei Leinöl oder dergleichen, daher gehört es zu den "mageren" Malmaterialien.

    Den Unterschied wollte ich nur kurz mal klarstellen, ich denke das sollte man schon wissen, weil die Bezeichnungen ja recht ähnlich sind...
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 März 2015
  19. karlwei

    karlwei Senior Mitglied

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    Danke Lillemut für deinen netten Kommentar, es ist für mich immer schön jemanden zu treffen, der so wie du oder auch Birdy mal "über den Tellerrand gucken" und sich auch für neue Dinge Interessieren.

    Bruno, wenn du Platz Probleme hast, einfach nicht nur den Gockel entfernen sondern auch einige Henne und auf das Frühstücksei verzichten - Scherz -:00000285:

    Natürlich kenne ich das Problem mit den Platz, wohnte ja auch mal in einer Mietwohnung, inzwischen habe ich ein eigenes Haus wo die Platzprobleme nicht so gravierend sind.
    Man kann aber Flämisch auch auf einen Gessogrund auf einen gekauften Keilrahmen malen, geht nicht so gut, aber funkt auch und man hat diese ganze Arbeit und die Platzprobleme nicht.

    Ich arbeite ja auch im Keller mit einen ganz ausgetüftelten System, ansonsten könnte ich so was auch gar nicht machen.
    Kosten tut das ganze Material sehr wenig, weniger als z.B. NiN Malerei, da braucht es ja spezial Pinsel usw. bei Flämisch malt man zum Teil mit Baumarktpinsel - nur die Gattin wird da keine Freude haben, man braucht sehr viel von der Küche - also Ehekrach sollte man mit einrechnen :00000026:
    LG Karl
     
  20. Mastix

    Mastix Forum-Guru

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    @-Bruno: so viel Platz brauchst du zum Selber grundieren der Leinwände gar nicht. Ich bespanne sie im Wohnzimmer und Leime und grundiere sie in der Küche. Etwas Zeitung unterlegen und dann lege ich sie auf die Arbeitsplatte und los gehts. Und beim Streichen nicht mit dem Pinsel rumwedeln wie ein Cheerleader mit den Püscheln und dann geht das auch auf kleinem Raum. Auch ohne viel Dreck....