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Ein Grund, den günstigen Pastelgrund selbst zu machen.

Dieses Thema im Forum "Pastellkreide - Sonstiges" wurde erstellt von 4212, 23 Juli 2018.

  1. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    leider mußte ich die Fotos nochmal machen lassen. Die blöde Foto-Software bei DM haut mir bei jedem Bild ordentlich viel Kontrast und Farbsättigung zu (automatisch). So gute, teure und kräftige Pastelle habe ich gar nicht. Ich mußte den Kontrast auf Minimum stellen, damit die Bilder nicht zu stark werden. Und die abgeschnittenen Ränder, ja die fand ich ganz toll.
    Etwa 6,- EUR in den Wind geschossen (gute 3 Leinwände). Das passiert mir nicht noch mal.

    Heute wäre die passende Gelegenheit, die Leinwand für das Motiv auf der Straße vorzubereiten. Das dauert keine 2 Stunden.
    Servus
     
  2. 4212

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    Hallo Freunde,

    meine 2. 2,- EUR Leinwand ist "dahingerafft" geworden, nachdem ich nachträglich die Rückseite der fertigen Pastell-Leinwand mit Fassadenfarbe aufgetragen habe. Das Gewebe ist nicht besonders dicht gewebt und war deshalb ohne Grundierung recht "transparent" geworden. Um das auszugleichen, hatte ich die Rückseite der fix und fertigen Pastell-Leinwand mit Fassadenfarbe aufgetragen. Das funktioniert so nicht. Es gibt nach der Trocknung unschöne Verzüge an den Rändern (siehe Bild unten). Kein Wunder. Während die Fassadenfarbe schnell trocknet und abbindet, ist die Leimschicht unten noch feucht. Wenn anschließend die Leimschicht mit der Pastellgrundierung nachtrocket, gibt es dann die unschönen Verzüge. Diese Leinwand ist höchstens für Tests noch zu gebrauchen.

    Die billigen 2,- EUR Leinwände funktionieren zwar, kann ich aber für Straßenmalerei wirklich nicht empfehlen. Das Gewebe muß dicht gewebt sein, um die nötige Deckungskraft der Leinwand zu gewährleisten. Das Durchschlagen mit Stärkeleim funktioniert auch nicht und es erfordert mehr Arbeit das zu ermöglichen. Um die Leinwand etwas formstabiler zu machen, muß man dickere Stoffe oder mehr Stärkeleim verwenden, die dann am Ende wegen des Stärkeleims die Leinwand steiff machen.

    Investieren wir etwa 1,- EUR mehr und wir erhalten richtig gute mit Fassadenfarbe vorgrundierte 3,- EUR Leinwände.
    Diese Investition lohnt sich wirklich. Das löst all die Probleme oben und man kann diese Pastell-Leinwände auch komplett an einem Tag fertig stellen (siehe Bild unten). Für das hellbraun getönte Bettlaken (3 m²) habe ich etwa 0,5 Liter Fassadenfarbe verwendet (kostet etwa 1,- EUR). Je nach Dichte und Dicke des Stoffes kann es mehr oder weniger Fassadenfarbe nötig sein. Dünne und weniger dichte Stoffe sollten mehr Fassadenfarbe bekommen, damit die Leinwände am Ende stabiler und deckend (nicht transparent) werden. Bei dichten und dicken Stoffen braucht man nicht so viel Fassadenfarbe.

    Vorgehensweise für die 3,- EUR Leinwände:
    1. Trockenes Maltuch (z.B. Bettlaken) an einem Rohr wickeln.
    2. Maltuch stückchenweise auf dem PVC-Boden ausbreiten (ausrollen) und mit Wasser nass machen. Dabei das Maltuch straff und in Form ziehen und mit dem nassen Filzroller schön glätten.
    3. Das nasse ausgebreitete Maltuch gleichmäßig mit dem nassen Filzroller über die gesamte Fläche glätten, um lokale Verspannungen auszugleichen. Auch die Feuchtigkeit muß gleichmäßig verteilen. Eine gesättigte Nässe ist notwendig (gesättigt = nimmt kein Wasser mehr auf)
    4. Fassadenfarbe auftragen, gleichmäßig verteilen und dabei das Gewebe mit Fassadenfarbe ordentlich durchschlagen. Ziel ist das Absinken der Fassadenfarbe unter das Gewebe und das Auffüllen aller Zwischenräume.
    5. Mit Fassadenfarbe vorgrundierte Leinwand gute 2-3 Stunden antrocknen lassen. Dabei soll die Oberfläche etwas antrocknen, damit nicht soviel Fassadenfarbe bei der Pastellgrundierung wieder hoch kommt und sich mit der Pastellgrundierung vermischt. Etwas Fassadenfarbe ist jedoch tolerabel. Zuviel macht die Pastellgrundierung zu fein (zerstört die Rauhheit der Pastellgrundierung). Dieser Trockungsprozess kann auch länger dauern, wenn die Leinwand viel zu nass ist. Es ist auch möglich, die Vorgrundierung vollständig trocknen zu lassen (dauert aber länger).
    6. Vorgrundierte Leinwand gleichmäßig mit Wasser ansprühen (nass machen). Die verloren gegangene Feutigkeit muß wieder rein. Ein dünner Wasserfilm sollte vorhanden sein (gesättigte Nässe).
    7. Pastellgrundierung auf die vorgrundierte Leinwand auftragen und gleichmäßig verteilen. Kreuz und Quer über die gesammte Leinwand dabei verteilen.
    8. Leinwand mindestens 24 Stunden trocknen lassen. Erst nach dem ordentlichen Durchtrocknen ist die Pastell-Leinwand fertig (siehe Bild unten).

    Das gibt richtig schöne und gute Pastell-Leinwände.

    Veredelung und Fixierung mit Tiefgrund oder verdünntem Acrylbinder:
    Muß man nicht, kann man aber. Wird nur unnötig (schweine-)teuer. Dafür wird die Pastellgrundierung wasserfest gemacht.
    Ich brauche es nicht. Also mache ich es auch nicht. Ich könnte später die Pastell-Leinwände recyclen, indem ich die Pastellgrundierung (mit Bild) mit reichlich Wasser einweiche und die Schicht komplett entferne.

    So, jetzt könnt ihr auch 1A Pastell-Leinwände herstellen.

    Servus
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  3. 4212

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    Hallo Freunde,

    ich habe mal wieder viel Zeit vertrödelt.

    Ich komme wirklich nicht umhin, einen besseren Binder für die Pastellgrundierung zu verwenden. Die Kartoffelstärke als Binder hat ihre Grenzen. Aber als Verdickungsmittel hervorragend.
    Es hat sich gezeigt, das beim Ein- und Ausrollen der Leinwand ein kleiner Anteil des Kornmaterials locker wird und beim Verreiben als "Rollsplitt" auf der Leinwand entsteht. Das geht gar nicht.
    Vielleicht hilft eine stärkere Stärkeleimkonzentration hier. Habe ich aber wegen Zeitmangel noch nicht ausprobiert.

    Für die Pastellgrundierung werde ich neben Kartoffelstärkeleim auch etwas Acrylbinder verwenden müssen. Das wird zwar etwas teuerer, dafür aber gut. Und die anschließende Fixierung entfällt dabei, was Arbeit einspart. Die Fassadenfarbe als Binder ist ganz schlecht weil sie wegen den Pigmentzusätzen die Pastelloberfläche relativ glatt macht.

    Leider muß ich auch die Pastelloberfläche viel rauher gestalten, als mir lieb ist. Der Schutz vor Abrieb der obersten Farbschicht beim Ein- und Ausrollen der Leinwand ist mir wichtig. Da hilft es auch nicht, mehr Kornmaterial zu verwenden. Denn ab einer gewissen Korndichte, wird die Oberfläche dann unweigerlich wieder feiner. Irgendwo um die 40-45 ml/m² Kornmaterial ist ok. Notfalls muß ich bis zu 5 % größeres Kornmaterial hinzugeben.

    Nachdem ich mit der letzten Leinwand unzufrieden war, habe ich sie gestern abgeschliffen und neu mit Fassadenfarbe grundiert. Heute will ich mit 40 ml/m² Kornmaterial und die hälfte davon (20 ml/m²) mit Acrylbinder die Leinwand neu beschichten. Verdünnt wird die Pastellgrundiermischung mit Kartoffelstärkeleim als Verdicker und Verdünner (mindestens die gleiche Menge Kornmaterial und Acrylbinder). Mal sehen, wie das nun wird.

    Die 2,- EUR Leinwand für das erste Testmotiv lasse ich aber so wie sie ist. Trotz "Rollsplitt" auf der Leinwand. Bei der Untermalung mit dem Pinsel ist der ohnehin weggekehrt. Ist ja nur zum "Aufwärmen" gedacht. Nach der Beschichtung der anderen Leinwand, werde ich sehen, wie ich vorankomme.

    Servus
     
  4. 4212

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    Hallo Freunde,

    ein neuer Tag, ein neuer Versuch. ;-)

    Die Leinwand von gestern ist zwar gut und schön, mir aber nicht rauh und grob genug geworden. Ich bekomme nicht genug Farbschichten drauf. Geschweige denn eine Schutzschicht gegen Abreibung (klingt echt seltsam!). Ich muß meine Leinwände leider extra rauh und grob für meine Anforderungen gestalten. Viel rauher, als ich bisher gemacht habe. Daher hat die Leinwand wieder eine ordentliche Abreibung mit dem Schleifpapier bekommen (klingt diesmal vernünftig).

    Positiv: Die Bindung/Verklebung des Kornmaterials (Kieselgelmehl) war gut und der Richtwert von 50 % Raumteile Acrylbinder von Kornmaterial ist angemessen. Damit bleiben die Kosten des teuren Acrylbinders im Rahmen (Extrakosten von max. 1,- EUR pro Bettlakenleinwand).
    Korndichte 40 ml/m²: schwer zu beurteilen. Ein Teil landete natürlich außerhalb an den Rändern der Leinwand und ein anderer Teil an dem Filzroller. Zudem ist wegen der kurzfristig veränderten Korngrößenverteilung keine eindeutige Beurteilung möglich.

    Warum die Leinwand zu fein wurde, bin ich selbst schuld. Ich hatte vor kurzem feines Kornmaterial zu meiner speziellen Mischung hinzugefügt. Ich dachte, das kann wirklich nicht schaden. Tut es aber. Zuviel feines Kornmaterial und es wird nichts. Auch wenn gröberes Kornmaterial in der Mischung vorhanden ist, das zuviel Feine macht die Oberfläche dann auch fein. Auf die richtige Korngrößenverteilung kommt es auch an.

    Heute habe ich mit dem Mörser und Stößel Kieselgelmehl bis etwa 250 µm Korngröße gemahlen. Der große Anteil dürfte sich zwischen 100 - 200 µm bewegen. Alles feine Material (<100 µm) dürfte nicht mehr als 10 - 20 % ausmachen. Feiner Dreck (< 50 µm) bewegt sich um wenige Prozentpunkte. Nach mehrmaligem Abschleifen der Leinwand, ist sie natürlich glatt geworden und daher kompensiere ich das mit gröberem Kornmaterial. Wenn die Webstruktur des Stoffes grob genug ist, braucht man weniger gröberes Kornmaterial. Eine grobe Webstruktur des Stoffes kann zur Rauhheit der Oberfläche direkt ausgenutzt werden. Das werde ich bei der Auswahl der Bettlaken in Zukunft berücksichtigen.

    Neuer Beschichtungsversuch:
    Korndichte: 50 ml/m² (wird bestimmt gut)
    Acrylbinder: 25 ml/m² (die hälfte Raumteile von Kornmaterial, hat sich bewährt)
    Kartoffelstärkegel: mindestens 25 ml/m², Anteil erhöhen um zu Verdünnen und gut verarbeitbar zu machen

    Neue Kostenaufstellung der Materialkosten für Bettlakenleinwände (3 m²):
    Maltuch: 1,- EUR (Bettlaken, gebraucht)
    Vorgrundierung mit Fassadenfarbe: 1,- EUR (ca. 500 ml)
    Beschichtung (Pastellgrundierung):
    Kornmaterial (Kieselgel): ca. 0,20 EUR, 150 ml Raumteile (50 ml/m²),
    Acrylbinder: 0,75 EUR, 75 ml nötig (25 ml/m²)
    Kartoffelstärke: ca. 0,10 EUR (wir brauchen nicht viel davon)
    Konservierungsstoff (Zinkacetat): sagen wir grob 4 Cent pro Bettlaken
    Gesamt: 3,09 EUR pro Bettlaken

    Womit wir bei genauer Betrachtung der Kalkulation Leinwände von hoher Güte und Qualität für etwa 3,- EUR erhalten. Nur etwa 1 EUR / m² und das kann sich echt sehen lassen.
    Und wer ist der größte Geizkönig?
    Nein, nicht der Geizkragen Dieter Bohlen!
    ;-)
    Servus
     
  5. 4212

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    Servus Freunde,

    da legst di nieda (boarisch, siehe Google)!

    Der dritte Beschichtungsversuch war sehr sehr grenzwertig. Sehr schwer zu verarbeiten. Sofort auf der Leinwand unregelmäßig versandet. Ich panik. Stop. Schütte Kartoffelstärkegel auf Leinwand. Stop. Mache mindestens 1 Stunde rum. Stop. Zuviel Stärkegel. Stop. Zuviel Kornmaterial. Stop. Schabe etwas ab. Stop. Korrigiere mit Palettmesser. Stop. Ich fix und fertig. Stop. Stop. Stop.

    Am Ende ist die Leinwand zwar gleichmäßig beschichtet worden, 50 ml/m² Kornmaterial war definitiv zuviel für auf einmal. Und das sogar mit Kieselgel, was i.d.R. einfacher zu verarbeiten ist. Schuld daran ist die gröbere Körnung und zuviel Material. Ich mußte solange machen, bis die Leinwand angefangen hat beinahe anzutrocknen. Hoffentlich klebt das Kornmaterial noch (Acrylbinder könnte schon zum Teil abgebunden sein). Wir werden sehen.
    Aus Verzweiflung gehe ich alle Möglichkeiten noch einmal durch.
    :lightbulb::lightbulb::lightbulb:
    In der Tat, es bietet sich eine gute und einfache alternative Methode an, die wesentlich effizienter und schneller zum Erfolg führen könnten. Auch bei sehr schwierigem Kornmaterial wie Quarzmehl.
    Der langersehnte Durchbruch wird in den nächsten Tagen mir endlich gelingen. Ich arbeite zunächst am kleinen Modell (Testleinwand) und werde anschließend auf die große Leinwand anwenden. Dann werde ich sicherlich so einiges zu berichten haben.

    Hier die Highlights der neuen Beschichtungsmethode:
    - nie wieder Zeitdruck beim Beschichten (dauert so lange, wie es eben dauert oder wie du willst)
    - kein Stärkeleim und Konservierungsstoff mehr erforderlich
    - keine Versandungsgefahr mehr
    - auch schwieriges Kornmaterial verarbeitbar
    - mehr Kornmaterial verarbeitbar
    - Korndichte bei Bedarf nachträglich erhöhen/erniedrigen
    - Glätten der Beschichtung bei Bedarf möglich
    - einfache und sichere Methode
    - gute bis sehr gute Ergebnisse
    - gute Wiederholbarkeit der Qualität
    - wasserfeste Fixierung (nass vermalbar)

    Ihr dürft genauso gespannt sein, wie ich.
    Servus
     
  6. 4212

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    Servus, da bin ich wieder.

    Es läuft auf eine (semi) Profi-Lösung hin. Die erfordert einen Luftdruckkompressor mit Spritzpistole (Zerstäubungstechnik). Bevor ich solch teure Anschaffung mir aber leiste, wird das Verfahren im kleinen Maßstab getestet. Der provisorische Zerstäuber wird vorerst selbst gebaut (zuerst mundgeblasen, dann mit einer elektrischen Luftpumpe betrieben). Schon getestet. Der Zerstäuber funktioniert erstaunlicherweise prima.

    Die Lösung besteht darin, den verdünnten Binder auf die fertig aufgetragene und lose Beschichtung gleichmäßig, tropfenfrei und fein aufzusprühen (Fixierung). Der Binder soll dabei nicht in die Leinwand/in den Untergrund einziehen, sondern auf der Oberfläche mit dem Kornmaterial antrocknen. Das geht nur, wenn die Leinwand feucht gesättigt ist (mit Wasser). Die Beschichtung des Kornmaterials wird dabei vorher nur mit Wasser und Schwammroller/Filzroller auf feuchtem Leinwand vorgenommen. Diese kann man problemlos und gleichmäßig auf die Leinwand aufbringen. Schon getestet. Funktioniert auch prima. Und man hat keinen Zeitdruck wegen der Verdunstung mehr. Besonders bei großen Leinwänden ist der Kampf gegen die Verdunstung groß. Erst wenn die Beschichtung so ist, wie sie soll, wird dann die Fixierung vorgenommen.

    Wenn die Fixierung problemlos funktioniert, dann macht eine Anschaffung der Werkzeuge wirklich Sinn (kostet um die 120,- EUR gesamt). Müssen ja nicht die Profigeräte sein. Morgen werde ich sehen, ob die Fixierung der Beschichtung mit dem provisorischen Zerstäuber funktioniert. Wenn ja, dann sind alle meine blöden Leinwandprobleme endlich gelöst.
    Morgen wird ein entscheidender und interessanter Tag für mich.

    Servus
     
  7. 4212

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    Hallo Freunde,

    ich bin entzückt! Ich muß nicht mehr pusten, um den Zerstäuber zu bedienen. Die einfache elektrische Gebläsepumpe für 5,99 EUR bringt genug Leistung (Nenndruck nur 0.052 Bar wohlgemerkt!). Hab ich mal vor Jahren zum Aufpumpen von Schlauchboot gekauft. Der Zerstäuber funktioniert perfekt und ich kann sogar zwischen sehr feine und mittlere Zerstäubung auswählen. Ich spare mir die teure Investition mit Kompressor und Spritzpistole und kann damit in den kommenden Tagen sofort anfangen. Mein Zerstäuber tuts auch und das sehr zufriedenstellend. Ich muß ihn nur noch fein tunen und fertig bauen.

    Servus
     
  8. 4212

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    Oh Mann! Kaum hatte ich die Zerstäuberaufsätze fertig, geht die elektrische Gebläsepumpe beim Testen kaputt. :mad:
    Ich habe das Scheixxteil völlig zerlegt, aufgesägt und aufgebrochen. Motor völlig kaputt, Gebläserotor ausgeleiert und greift nicht mehr, außerdem hat das Teil an die Innenwand geschliffen.
    Dabei lief mein elektrischer Zerstäuber erste Sahne.
    Die Reparatur hat mein Vorhaben heute leider verzögert. Dafür läuft das Scheixxteil jetzt viel besser. Ja, ich habe auch den Scheixxmotor zerlegt und repariert. Eine Rotorwindung wurde abgeschliffen, abgetrennt und klemmte dann schließlich den Rotor. Ich wollte unbedingt diesen tollen Zerstäuber wieder zum Laufen bringen.
    Morgen wird es interesant.
    Servus
     
  9. 4212

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    Hallo Freunde,

    heute gibt es nur gute Nachrichten.
    1. Mein elektrischer Zerstäuber hat nun zwei 250/500 ml Tanks, die auch als Griff dienen und ein bequemes und präzises Arbeiten ermöglichen. Die kleinere Variante macht wunderschöne feine Zerstäubung. Die größere Variante ist für mehr Durchsatz gedacht. Ich liebe die kleine Variante. Und absolut tropfenfreier Betrieb garantiert.
    Wie ihr unten in den Bildern sehen könnt, bin ich recht günstig weggekommen. Was habt ihr denn von einem Geizköniglehrling sonst erwartet? Das Ding arbeitet genauso gut wie ein teures Modell. Dieses Schmuckstück löst alle meine Probleme.

    2. Das Fixieren der Pastellbeschichtung mit verdünntem Acrylbinder oder Tiefgrund und dem elektrischen Zerstäuber funktionert sagenhaft perfekt. Die Testleinwand gibt ihr ok für den Großversuch auf größeren Leinwänden. Endlich wird die Beschichtung so, wie sie sein soll: Perfekt! Endlich sind meine Beschichtungsprobleme gelöst.

    Ich bin glücklich und zufrieden.
    In den nächsten Tagen werde ich das neue Verfahren auf große Leinwände anwenden. Dann gibt es wieder was neues zu berichten.

    Hier die Bilder:

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    Servus
     
  10. 4212

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    Hallo Freunde,

    jetzt möchte ich nächstes Problemchen auf der Zielgerade ansprechen. Keine Bange, das läßt sich leicht lösen. Ist nur eine Frage des Ausprobierens, Tüftelns und Einfallsreichtum.

    Am Beispiel der Pastellbeschichtung mit Quarzmehl (gilt auch für andere Kornmaterialien):
    Wir haben eine mit Fassadenfarbe vorgrundierte Leinwand. Auf die muß das Kornmaterial erst einmal gleichmäßig (nur mit Wasser) verteilt werden. In trockenem Zustand es zu verteilen macht keinen Sinn, da das Zeug ohnehin auf der Leinwand nass wird. Nicht vergessen, bevor die Fixierung draufkommt, muß die Leinwand mit Feuchtigkeit gesättigt werden, damit das Fixativ für das Kornmaterial nicht in den Trägerstoff und Untergrund einzieht. Das würde zum Fixieren des Kornmaterials nichts beitragen und außerdem wird die Leinwand dadurch weniger flexibel (also steif). Das Fixativ muß auf der Oberfläche der Leinwand mit dem Kornmaterial abbinden (trocknen). Nur dann hat das Kornmaterial genügend Bindekraft auf der Leinwand.
    Jetzt zum Problem:
    Wenn man den Filz- oder Schwammroller zum gleichmäßigen Verteilen des Kornmaterials verwendet, muß die richtige Feuchtigkeit am Untergrund vorherrschen. Bei zuviel Feuchtigkeit hinterläßt das Rollwerkzeug linienartige Schlieren (Anhäufungen des Kornmaterials). Bei zuwenig Feuchtigkeit fängt das Rollwerkzeug an, das Kornmaterial wieder aufzunehmen und vom Untergrund abzutragen. Man kann das schön beobachten, dass das Rollwerkzeug anfängt zu "versanden". Besonders schlimm, wenn man eine höhere Korndichte auf der Leinwand hat (mehr Kornmaterial). Ebenso bei gröberes Kornmaterial. Aus Erfahrung kann ich berichten, dass es natürlich äußerst schwierig ist, bei großen Leinwänden auf die richtige Feuchtigkeit wegen der anwesenden Verdunstung zu sorgen.

    Der Filz- oder Schwammroller ist allenfalls bei reichlicher Feuchtigkeit des Untergrundes gut geeignet, das Kornmaterial erst einmal grob gleichmäßig zu verteilen. Danach müssen andere Werkzeuge zum "Glätten" und gleichmäßigen Verteilen der Beschichtung herangezogen werden. Vor allem die linienartigen Schlieren müssen geglättet und weiter lokal auf der Oberfläche gleich verteilt werden.

    Möglich sind:
    - Mit dem Finger wischen und verteilen. Ist zwar nicht sehr effektiv, für Korrekturen an manchen Stellen gut geeignet. Auch lokale kleine Versandungen kann man damit schön entfernen.
    - Plastikschaber zum Abziehen. Wenn relativ flach gehalten wird, geht es sehr gut. Nur nicht das Kornmaterial abschaben natürlich.
    - An der Unterseite an den Kanten flach abgeschliffene kleine Holzleiste oder Holzplatte. Geht sehr gut.
    - Palettmesser, Maurerwerkzeuge, etc. können auch nützlich sein.
    - Pinsel ist auch möglich.

    Auch ist es möglich, eine verdünnte Stärkeleimlösung zu verwenden. Erleichtert das Gleichverteilen des Kornmaterials ein wenig. Das Kornmaterial verhällt sich dann ein wenig anders auf der Leinwand.
    Gummiwalze oder andere harte Walzen gehen leider nicht so gut.

    Und wenn man die Beschichtung schön gleichmäßig verteilt hat und mit dem Ergebnis zufrieden ist, kann man mit der Fixierung der Beschichtung anfangen. Aber Vorsicht: Wenn größere (Wasser-/Fixier-) Tropfen, die auf die lose Beschichtung fallen, wird das Kornmaterial dort weggeschwemmt und man hat quasi "Löcher" ohne Beschichtung. Deswegen war es wichtig, einen tropfenfreien Zerstäuber zum Fixieren einzusetzen. Die handelsüblichen Zerstäuber/Sprüher im Haushalt kann man leider nicht einsetzen.

    Zum Fixativ (Bindemittel für die Beschichtung):
    Alles, was mit Wasser verdünnbar und wenig viskos ist und nach dem Trocknen wasserfest wird, kann man hernehmen. Wird lieber schön verdünnt und mehrmals auf die Leinwand mit dem feinen Zerstäuber gleichmäßig aufgesprüht, damit jedes Kornteilchen auch genug Bindemittel abbekommt. Gelegentlich läßt man die Leinwand etwas antrocknen, bevor die nächste Portion darauf gesprüht wid.

    Acrylbinder: Reinacrylat oder Kunststoffdispersion, wird später weiter verdünnt natürlich.
    Tiefgrund: Ist i .d. R. ein Reinacrylat und ist schon relativ gut mit Wasser verdünnt. Ich weiß nur nicht, wieviel Wasser darin enthalten ist.
    Acryllack: Klare, farblose Variante, die am Besten matt auftrocknet. Wird später weiter verdünnt natürlich.

    Man nimmt das, was da ist, gut ist oder was billiger ist natürlich. Abzocken lassen wir uns prinzipiell nicht (1. Grundsatz eines Geizkönigs).

    Fassadenfarbe oder Acrylfarbe ist wegen den Füllstoffen und Pigmenten nicht geeignet als Bindemittel. Schade eigentlich.

    Dosiermenge Fixativ:
    Etwa 20 - 30 ml Acrylbinder/Acryllack (unverdünnt) pro m² Sprühfläche.
    Ganz wichtig: Die Dosiermenge ist nicht mehr abhängig von der Menge des Kornmaterials. Ist jetzt abhängig von der Sprühfläche. Diese abgemessene Menge wird dann weiter verdünnt, bevor es auf die Beschichtung versprüht wird. Wenn man ganz sicher gehen will, nimmt man etwas mehr Binder. Dann wird das Kornmaterial auch sehr gut gebunden.

    Beim Tiefgrund muß man sehr wahrscheinlich mehr wegen der schon guten Verdünnung verwenden. Wenn ich nur wüsste, wieviel Wasser darin enthalten ist... Weiß das jemand?

    Ich werde einige Möglichkeiten ausprobieren und sehen, welche Methode besser funktioniert. Ich habe einige unschöne Leinwände, die ich nacharbeiten muß. Das wäre dann eine gute Gelegenheit dafür.

    Für anregende Ideen von euch wäre ich natürlich sehr dankbar.

    Servus
     
    Zuletzt bearbeitet: 17 Juni 2019 um 11:50 Uhr