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Ein Grund, den günstigen Pastelgrund selbst zu machen.

Dieses Thema im Forum "Pastellkreide - Sonstiges" wurde erstellt von 4212, 23 Juli 2018.

  1. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    Leinwand #1 strahlt in neuem Glanz und ist nahezu perfekt geworden. Bevor ich sie vom Boden abziehe, lasse ich sie jedoch gut durchtrocknen. Das volltändige Durchtrocknen nach jedem Arbeitsschrit ist der Schlüssel zum Erfolg und daher sehr sehr wichtig.
    Ab jetzt werden die neuen Leinwände noch besser, da die 0.3 mm dicke PVC-Folie inzwischen eingetroffen ist. Sie gleicht kleine Unebenheiten des Bodens aus und man kann besser darauf arbeiten. Bald kann ich mit den richtig großen Leinwänden beginnen. Die brauchen bestimmt 2 Tage zum Durchtrocknen.

    Wie "durstig" die Leinwände bei der sog. Nassgrundierung sind, zeigen die folgenden Mengenangaben:
    Maltuch vor der 1. Grundierung: 0.6 - 1 l Wasser / m² (je nach Dicke und Dichtigkeit des Gewebes mehr oder weniger)
    Leinwand vor der Pastelgrundierung: ca. 0.4 - 0.6 l Wasser / m² (auch abhängig, wie viele Grundierschichten schon drauf sind, mehr oder weniger)

    Hinzu kommt, dass die Leinwand beim Nassgrundieren schon zu trocknen beginnt und man mit Wassersprüher tätig werden muß. Bei großen Leinwänden geht es ohne wieder ansprühen nicht mehr. Solange man grundiert (egal Vorgrundierung oder Pastellgrundierung), darf die Leinwand nicht antrocknen (auch ganz wichtig). Nur dann läßt sich eine schöne gleichmäßige Grundierung erreichen und die Leinwand verzieht sich auch nicht.

    Grundiermengen für Nassgrundierungen:
    Dosierung bei Vorgrundierung mit Fassadenfarbe:
    Schwammroller mit Grundierfarbe ganz normal durch Rollen aufnehmen. Die vom Schwammroller aufgenommene Farbmenge reicht bei einer Bahnbreite von ca. 11 cm für 1 - 1.5 m Bahnlänge aus.
    In der Regel reicht schon eine dünne Schicht auf der Leinwand aus. Wer will, kann auch zwei Schichten auftragen (nach jeder Schicht ordentlich durchtrocken lassen).

    Dosierung bei Pastellgrundierung:
    2-3 Esslöffel fertig gemischte Pastelgrundierung bei einer Bahnbreite von ca. 11 cm reicht für eine Bahnlänge von ca. 1 m aus. Oder ca. 150 - 200 ml Pastellgrundierung pro m² Grundierfläche.
    Eine Schicht reicht schon vollkommen aus.

    Das sind meine derzeitigen Erfahrungswerte bei der Dosierung.

    Und noch etwas: Nicht vorgrundierte Maltücher gehen nach dem Grundieren etwas ein. Ca. 1 - 2 cm / m muß man rechnen. Bei (gewaschenen) Bettlaken gibts kein Eingehen mehr natürlich.

    Servus
     
    Zuletzt bearbeitet: 21 September 2018
  2. AnJa

    AnJa Moderator

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    Ich habe mich heute mal mit dem Thread beschäftigt und mir geht es wie Ruth und Ernesto.

    So geht es mir auch.

    Da schon bei der Vorzeichnung keine Korrekturen möglich sind,
    wie Du schriebst, bin ich auf das Ergebnis s e h r
    gespannt. Das wäre nichts für mich, Strassenmalerei sowieso nicht.
    Aber ich bin offen für alles.
    Warum nicht, wenn es Dir Spass macht.
     
  3. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Anja,

    bei Straßenmalerei braucht man schon Bilder, die größer als 2 m² sind. Und man befindet sich quasi mitten im Bild und muß auf richtige Proportionen achten. Da hätte ich sogar große Schwierigkeiten beim Zeichnen, obwohl ich schon jahrelange Erfahrung mit Zeichnen vorweisen kann.
    Es ist keine Schande, Hilfsmittel zu verwenden. So wie die alten Freskenmaler, kann man eine Zeichnung mit Kohlepapier auf die Leinwand pausen. Oder mit der Raster-Methode die Vorzeichnung Kästchen für Kästchen auf die Leinwand übertragen. Grobe Umrisse genügen dabei.
    Diaprojektor, Paxiskop und Beamer können auch schon verwendet werden (habe ich keins davon).
    Das geht heute sogar so weit, daß fertig bedruckte Leinwände angemalt werden können (das bedrucken kostet aber ordentlich). Pastelgrundierung drauf und los gehts.

    Ich verwende die kombinierte Raster-Methode mit pausen. Dabei lege ich eine Folie auf den großen Flachbildschirm (PC) und pause die Umrisse auf Klarsichtfolie. Danach von der Folie mit Kohlepapier auf Leinwand pausen. Fertig. Scheint wirlich gut zu funktionieren. Nur grobe Umrisse genügen. Rest mit dem Auge.

    Nach 3-4 Monaten rumtüfteln weiß ich endlich, wie ich die Leinwände einfach und günstig herstellen kann. Ich werde erst mal ein paar machen und während die trocknen, werde ich mich auf das Bemalen konzentrieren.

    Servus
     
  4. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    ich habe inzwischen die große PVC-Folie ausgebreitet und mit Paraffin eingewachst. Gestern wollte ich die große Leinwand grundieren. Hierfür habe ich ein vorgeleimtes Maltuch, welches man in Künstlerbedarf kaufen kann, verwendet. Schon beim Einnässen habe ich bemerkt, dass das nichts wird (erschwert das gleichmäßige Einnässen des Maltuchs, dauert lange bis der Leim angelöst wird, etc.). Der Leim im Gewebe geht mal gar nicht. Also habe ich den ganzen Stoffballen in die Badewanne gesteckt und den Leim vollständig ausgelaugt. Der Leim hätte das Durchlagen von Fassadenfarbe ohnehin verhindert. Und genau diese Funktion brauche ich bei meiner Nassgrundierung.
    Wollt ihr vorgeleimte Maltücher verwenden, müsst ihr sie zuerst vollständig vom Leim befreien. Sonst wird das mit beidseitiger Vorgrundierung nichts. Schließlich wollen wir all die feinen Fasern auf der Rückseite der Leinwand plätten und miteinander verkleben, damit diese beim Ein-/Ausrollen der Leinwand keine Farbe aufkratzt, auflockert und aufnimmt. Das Durchlagen der Grundierung ist hier ganz wichtig.

    Die ganze Arbeit gestern war für die Katz. Mal sehen, was der Tag heute bringt.
    Servus
     
  5. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    nun ja, das vorgeleimte Maltuch mußte ich tatsächlich nochmal waschen. Diesmal in der Waschmaschine bei 60 °C. Ich hoffe, der Leim geht dann restlos raus. Statt das Maltuch habe ich ein Bettlaken (weiß, Baumwolle) grundiert. Das geht ausgesprochen schön und leicht. Sogar recht dünne und feine Stoffe gehen problemlos zu grundieren.

    Um die Arbeit hier bald abzuschließen, habe die fehlenden gröberen Steinmehle bei Kremer bestellt.
    - 10 kg Quarzmehl gesiebt, 0,04 - 0,15 mm (58630)
    - 10 kg Marmormehl, gröber (58560), (< 150 µm)
    Das gröbere Quarzmehl ist zum Aufwerten des bereits gekauften feineren Materials gedacht. Außerdem kann ich die Kornverteilung meiner Pastellgrundierung individuell einstellen. Beim gröberen Marmormehl geht es um die Frage, ob es alleine ausreicht und damit noch billiger wird (Ersatz für Quarzmehl).

    Wir werden sehen.
    Servus
     
  6. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    ich hatte in letzter Zeit nicht viel Zeit für mein Projekt. Inzwischen gab es aber Fortschritte und Rückschläge.

    Das Quarzmehl von Kremer ist spitze. Wenn ich Quarzmehl mittel, Quarzmehl gröber und Quarzmehl gesiebt zu gleichen Teilen mische und eine Pastelgrundierung mit Acrylbinder mache, gibt es hervorragende Resultate. Allerdings tritt die Gefahr der Versandung beim Auftragen vermehrt auf, da ich ohne Verdickungsmittel arbeite. Das kann man in den Griff bekommen, wenn man die Leinwand abschnittsweise grundiert. Große Leinwände kann man nicht leider nicht mit Pastelgrundierung in einem Schritt beschichten, da die Feuchtigkeit der Leinwand mit der Zeit verdunstet ehe man dort beschichten kann. Und dann hat man vermehrt Probleme mit der Versandung.

    Das Marmormehl hat mich nicht besonders überzeugt (enthällt zu viel feinkörniges Material). Fassadenfarbe als Bindemittel für die Pastelgrundierung kommt leider auch nicht in Frage. Die Griffigkeit der Pastelgrundierung geht drastisch verloren. Mit gröberem Quarzmehl geht es gerade noch. Mahrmormehl und Fassadenfarbe geht gar nicht.

    Ich habe nun auch geschafft, Kieselgel (Silikat Katzenstreu) so zu vermahlen und zu separieren, daß es hervorragende Resultate bringen sollte. Ich bin noch nicht fertig damit. Aber das Mahlen dieses Zeugs ist sehr leicht und schnell und bietet eine kostengünstige Alternative (1,- EUR/Liter) zu Quarzmehl. Außerdem kann man die Korngrößenverteilung individuell beim Mahlen sehr leicht einstellen. Das Versanden sollte nicht auftreten, da es gemahlen in der Pastelgrundierung gelartige Eigenschaften besitzt. Ich werde später mehr darüber berichten.

    Servus bis dahin.
     
  7. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    Etappenziel nun endlich erreicht:
    ca. 1,45 EUR/Liter für die selbst gemachte Pastelgrundierung.
    Wenn man bedenkt, was die fertigen Pastelgrundierungen so kosten (ca. 37,- EUR/Liter), ist das nun ein sehr gutes Ergebnis. Billiger gehts wirklich nicht mehr.

    Ich habe nun geschafft, die Fassadenfarbe auch für die Pastelgrundierung als Binder anzupassen. Teure Acrylbinder, Marmormehle und Quarzmehle sind auch nicht mehr nötig.
    Alles nur mit Kunststoff-Dispersions Fassadenfarbe (für den Außenbereich) und gemahlene Silikat-Katzenstreu (Kieselgel, Silikagel, etc.).

    Glücklicherweise ist Kieselgel (Silikat-Katzenstreu farblos) sehr einfach zu beschaffen (Drogeriemärkte, etc.) und extrem einfach in der gewünschten Körnung herzustellen. Mit einem (alten) Küchenmixer ist es eine Leichtigkeit auch große Mengen davon in sehr kurzer Zeit zu verarbeiten. Eine sehr einfache aber ausgeklügelte Separationstechnik erlaubt mir sogar Kieselgel in der gewünschten Kornverteilung herzustellen. Und das schnell und sehr einfach. Später werde ich mehrere verschiedene Mahlverfahren beschreiben.

    Eine Leinwand mit 2.4 m x 1.5 m = 3.6 m² Fläche kostet mich am Ende:
    0,80 EUR Stoff (Bettlaken 1A Qualität, gebraucht)
    2,00 EUR Fassadenfarbe (für 2x Grundierung)
    0,80 EUR Pastelgrundierung
    = 3.60 EUR Materialkosten

    Auch hier geht es nicht mehr billiger.

    Für sehr große Bildformate kann man einzelne Bettlaken auch gleich bei der Vorgrundierung miteinander verkleben. Funktioniert wirklich hervorragend.
    Ich muß noch zahlreiche Tests machen, bevor ich hier alles nieder schreiben kann.
    So habt bitte Geduld, wie ich einst nach langer Experimentierzeit auch aufgebracht habe. Ich habe wegen dem sehr ehrgeizigen Ziel sogar diese Saison sausen lassen.

    Servus bis dahin..