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Ein Grund, den günstigen Pastelgrund selbst zu machen.

Dieses Thema im Forum "Pastellkreide - Sonstiges" wurde erstellt von 4212, 23 Juli 2018.

  1. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Ich vergaß mal wieder..

    Ich verwende nur noch den (feinen) Schwammroller. Damit lassen sich richtig gute und gleichmäßige Pastelgründe schaffen. Alles andere ist Zeitverschwendung. Ich habe ordentlich geübt, um mich bald an die große Leinwand zu wagen. Aber vorher brauche ich noch ca. 50 µm Korngröße Quarzmehl. So ein Fuck aber auch!
    Servus
     
  2. Ernesto

    Ernesto Senior Mitglied

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    Interessant, deine Versuche.
    Du versteifst dich hier aber ausschließlich auf Quarzmehl.
    Die besten Pastellgründe sind meiner Meinung nach Pastelcard und Pastelmat.
    Diese sind haben meines Wissens eine pflanzliche Beschichtung (Zellulose).
    Quarzmehl ist extrem hart. Du produzierst damit ein „Schleifpapier“.
    Auf dem kann man gut kreideln, aber du schleifst dir übel die Finger wund.

    Vielleicht probierst du auch mal „weiche“ Beschichtungen, (Korkmehl, Zellulosefaser o.ä.)
    Das ist nur eine Überlegung von mir. Wäre vielleicht interessant.

    LG Ernesto
     
  3. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Ernesto,

    hier geht es um Pastelgründe auf Leinwand mit überdimensionalen Abmaßen für die Straßenmalerei (bis zu 6 m²). Sowas zu bekommen (auf Leinwand wohlgemerkt) ist schon schwer genug und dann muß das Ding an die gestellten Anforderungen gerecht werden. Es dürfte auch nicht billig sein.
    Mit fertigen Pastelgrundierungen tut man sich zwar leicht, geht aber mit der Zeit richtig ins Geld. Bei der Menge an Leinwand, die ich grundieren will, wird das ziemlich teuer.

    Selbstverständlich kann man andere Materialien darauf anbringen. Bimstein ist z.B. zwar leicht und schön porös, wird aber bei Feuchtigkeit (bei wässriger Untermalung) aber beim Kreideln zerrieben (Beschichtung wird zerstört). Ich habe mich auf Quarzmehl versteift, da das Ausgangsmaterial (Sand) wie "Sand am Meer" gibt und billig ist. Der Vorteil hierbei ist die konsistente Korngröße, die man leicht herstellen (herstellerseitig) und leicht beschaffen kann. Gut, ich hatte etwas Pech mit Kremer.

    Ich habe auch schon überlegt Kieselgel zu verwenden. Das Zeug läßt sich leicht mahlen, billig (als Katzenstreu), ist leicht, nimmt eine gewisse Feuchtigkeit auf und gibt sie almählich wieder ab. Nur ist der Bruch muschelig (glatt) und dürfte für die Pastellfarbe keinen guten Halt wie die unregelmäßige Bruchseite des Quarzes bieten. Aber vielleicht reicht das noch. Muß ich eben noch ausprobieren.

    Andere Materialien mit richtiger Korngröße zu beschaffen dürfte schwierig sein. Auf die richtige Korngrößenmischung kommt es eben an.

    Keine Sorge, meine Finger klebe ich mit Leukoplast ab. Ich habe zum Verwischen auch schon Gummipinsel gekauft und Verreibespachteln gebaut (so ähnlich wie die für Pan Pastelle).

    Die scheixx Grundierung hält mich momentan ab. Ich will endlich auf die Straße. Aber bald habe ich all die Probleme gelöst und es kann hoffentlich bald losgehen.

    Servus
     
  4. Ernesto

    Ernesto Senior Mitglied

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    Bei dieser Größe sind das natürlich ganz andere Bedingungen, als bei der „normalen“ Pastellmalerei.
    Da macht macht es sicher Sinn zu experimentieren.
    Ich wünsche dir viel Erfolg und bin auf die fertigen Ergebnisse gespannt.
    LG Ernesto
     
  5. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    ich werde die Eignung des gemahlenen Kieselgels als Pastelgrundierung genauer prüfen. Vorabtests zeigten bereits gute und brauchbare Resultate. Die einzige Schwierigkeit liegt darin, das Zeug auf die richtige Korngröße zu mahlen. Denn schnell hat man quasi "Mehl" daraus gemahlen und das Resultat ist zu fein. Aber in sehr sehr feiner Ausführung kann man das Zeug als Verdickungsmittel für die Pastelgrundierung einsetzen. Es bildet in wässriger Lösung eine gelartige Konsistenz. Einfach genial (Geheimzutat für eine perfekte Pastellgrundierung!).

    Kieselgel ist sehr leicht und ohne Kraftaufwand im Mörser (mit etwas Wasser) zu mahlen. Ist billig und leicht zu beschaffen (z.B. in Drogeriemärkten DM und Rossmann als Katzenstreu). Interessant ist, dass unter dem Mikroskop die Bruchseiten der Körner dem Quarz ziemlich ähneln. Also kein glatter und muscheliger Bruch und dürfte dem Pastell mehr Halt bieten wie Quarz.

    Da bin ich mal gespannt, wie ich es schaffe, die richtige Korngrößenverteilung zu mahlen.
    Servus
     
  6. 4212

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    Hallo Ernesto,

    danke Dir. Ich habe leider keine andere Wahl als zu experimentiern und zu forschen. Das ist eine Spezialanwendung und stellt ganz ganz besondere Anforderungen.
    Ich werde wohl mit etwas Kompromissen, Geld aus dem Fenster werfen (kostet Geld) und zahlreichen Fehlschlägen schon sehr brauchbare Lösungen finden.

    Jetzt bin ich schon quasi Meister des Mahlens (mit h!). Ob ich Meister des Malens werde, wird sich zeigen.
    Servus
     
  7. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    ich habe den Grund für den Fehlkauf von Quarzmehl mittel, 44 µm nun gefunden.
    Die Angabe von ca. 44 µm Korngröße bezieht sich wohl auf die Korngröße, die nicht mehr vorkommt (obere Grenze). Auf keinen Fall eine Angabe für eine mittlere Korngröße!
    Laut Datenblatt und dem Trockensiebrückstand für eine Maschenweite >40 µm befindet sich Material von 2 % Gewicht. 98% des Gewichts ist wohl < 40 µm. Mehr Angaben findet man leider nicht. Das stimmt mit meiner mikroskopischen Untersuchung auch überein.
    Aber wie kann man bloß so eine Angabe machen? Welcher hirnverbrannte Tr.... ist gegen die Wand geprallt und so eine blöde Angabe ohne Erklärungen gemacht?

    Quarzmehl gröber, ca. 100 µm wäre für meine Anwendung wirklich super ideal gewesen.
    (Achtung! Du findest Korngrößen > 100 µm nicht mehr! Der Tr... vom Dienst war wieder mal tätig!)
    Im Datenblatt zum diesem Produkt sind endlich mehr Details zu finden. Ich habe die Daten in eine Tabelle und Grafik übertragen (siehe Bildanhang).

    Beim nächsten mal bestelle ich dieses Produkt. Und wenn das Material für mich immer noch zu grob ist, dann mische ich das feinere Material hinzu. Aber ich denke, das wird nicht notwendig sein.

    Auf die schnelle mahle ich die benötigte Menge für die Leinwand Nr. 2 selbst. Jetzt kann ich die erforderliche Korngrößenverteilung mittels zwei Korundschleifscheiben selbst schleifen.

    Servus.
     

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  8. 4212

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    Hallo Freunde,

    endlich stellt sich bei mir eine gewisse Zufriedenheit hinsichtlich der Körnung und Rauhheit der Pastellgrundierung ein. Insgesamt bekommt die beschichtete Leinwand die Eigenschaften, die für mich erforderlich sind. Die Leinwand ist weiterhin flexibel und legt sich leicht auf den Boden, die Beschichtung ist gleichmäßig und gerade noch so rauh, wie ich sie haben will. Am besten, man grundiert die Leinwand nur mit dem Schwammroller. Die Gessogrundierung sollte so gut wie nicht mehr saugfähig sein und man hat mehr Zeit, mit dem Schwammroller die Pastelbeschichtung (Quarzmehlglasur) gleichmäßig zu verteilen.

    (Ihr hättet die Leinwand Nr.1 sehen sollen. Die war am Ende so steif, dass man nach dem Aufrollen der Leinwand dicke Holzbalken an den Rändern benötigt hätte, um sie flach am Boden zu halten. Und die großen und zahlreichen Risse, die damit einhergingen. Und die Pastellbeschichtung völlig unregelmäßig, da die Gessogrundierung stark saugfähig war und die Quarzmehlglasur aufgepinselt wurde. Völlig unbrauchbar.)

    Mit der genauen Untersuchung der Eignung des Materials Kieselgel muß ich aufgrund Zeitmangels verschieben. Generell kann man das auch hernehmen. Aber zumindest als Verdickungsmittel sehr sehr gut geignet (wenn man es schafft, Kieselgel sehr sehr fein zu mahlen, < 1 µm Korngröße).

    Mittlerweile habe ich soviel Quarzmehl selbst gemahlen (Korngröße bis 120 µm), wie ich für Leinwand Nr. 2 benötige. In Zukunft werde ich aber das Kremer Quarzmehl gröber, ca. 100 µm verwenden.

    Bald werde ich für eine gewisse Zeit offline sein. Mein Internet- und Telefonanschluß wurde von der Telekom gekündigt und mitte August wird er abgeschaltet. Ich habe mich bisher auch nicht um einen neuen Vertrag gekümmert. Es ist ein Experiment für mich, wie lange ich diesen Zustand aushalte. Außerdem werde ich ohnehin nicht viel Zeit haben. Ich will die Straßenmalerei für mich ausprobieren und wenn sie mir gefällt, werde ich das intensivieren.

    Servus
     
  9. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    Leinwand Nr. 2 ist fertig und ist schön geworden. Fertig für Rasterung und Vorzeichnung, etwas anmalen und ab in die Straße damit.

    Für die nächsten Leinwände gibt es allerdings Verbesserungsideen.
    1. Ich muß ein leichtes, feines, dichtes und naturbelassenes Maltuch verwenden (wenn möglich ohne Vorleimung).
    2. Jeweils auf beiden Seiten eine dünne Gessoschicht (muß nicht ganz deckend sein).
    3. Auf die Malschicht eine Quarzmehlglasur und fertig ist der Lack.

    Das Maltuch sollte schon ziemlich hell (weiß) sein. Beim Gesso wird Titiandioxid beigemischt, so daß eine dünne Schicht recht gut deckt. Bei der Quarzmehlglasur kann noch etwas Titandioxid beigemischt werden, um die Malschicht noch weisser zu bekommen. Insgesamt müssen die Anzahl der Arbeitsschritte reduziert und die jeweiligen Schichtdicken dünn gehalten werden, damit die Leinwand noch flexibel bleibt.
    Acrylbinder sollte das Maltuch nicht durchdringen, sondern an der Oberfläche durchtrocknen. Sonst wird die Flexibilät der Leinwand reduziert. Das geht nur, wenn man das Maltuch vor der Gessogrundierung reichlich mit Wasser anfeuchtet.
    Ich werde dann sehen, ob Leinwand Nr. 3 so machbar ist und noch besser wird.

    Servus
     
    Zuletzt bearbeitet: 11 August 2018
  10. 4212

    4212 Aktives Mitglied

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    Hallo Freunde,

    ich habe richtig günstige Quelle für mein weißes, dichtes und dünnes Maltuch gefunden (ca. 150 g/m²):
    Gebrauchte Bettlaken (1,- EUR) und Bettüberzüge (2,- EUR) aus Baumwolle. Gibts beim Sozialkaufhaus und anderen Organisationen für Hilfebedürtige.
    Da verzieht sich gar nichts mehr. Waschen, bügeln und grundieren. Dann kann auch auf teures Titanweiß verzichtet werden (ist schon strahlend Weiß).

    Es gebe eine weitere interessante Idee, wie man noch verhindern kann, daß die Acrybasis ins Gewebe stark eindringt, um die Flexibilität des Gewebes etwas zu wahren.
    Marmormehl nur mit Wasser anrühren und eine (dünne) Schicht grundieren. Trocknen lassen und mit verdünntem Acrylbinder (1 T Acrylbinder + 3 T Wasser) zwei dünne Schichten noch oben drauf (nach jeder Schicht ordentlich trocknen lassen). Die Marmormehlschicht saugt den Binder ein und der Binder dringt gerade noch ins Gewebe um sie zu verkleben. Muß ich mal ausprobieren, ob es funktioniert.

    Zu den Verbesserungen oben gibt es noch ein Punkt hinzuzufügen.
    Quarzmehl mit Korngröße 100 - 150 µm sollte in der Quarzmehlglasur mit enthalten sein. Natürlich zu einem geringen Prozentsatz. Diese dient dem Schutz vor Abrieb der Pigmente beim Auf- und Zurollen der Leinwand. Quarzmehl gesiebt, 0,04 – 0,15 mm von Kremer könnte alleine etwas grob sein, aber Beimischungen davon wären interessant.

    Servus