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Babyportrait mit Bleistift weiß nicht weiter

Dieses Thema im Forum "Bleistift - Porträt" wurde erstellt von Justy, 14 August 2018.

  1. Justy

    Justy Mitglied

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    Ich probiere gerade ein Babyportrait mit Bleistift. Das Gesicht ist ganz gut geworden und ich bin zufrieden.

    Die Haare bereiten mir Schwierigkeiten und das verstehe ich nicht warum. Ich habe schon so viele Hundezeichnungen gemacht. Hunde mit langem Fell mit kurzem Fell und war nie ein Problem für mich.
    Ich dachte mir dass dann Haare beim Menschen nicht das Problem sein können. Ist es aber doch.

    Auch das Tuch das die Kleine in den Haaren hat. Wie bekomme ich es realistisch hin?
    Ich habe jetzt nur Teilstücke vom Foto und von der Zeichnung eingefügt. Ich weiß das ich ohne Einverständnis keine Fotos veröffentlichen darf. Aber kann ich die Zeichnung ins Forum einstellen?

    Ich würde mich freuen wenn mir jemand bitte weiterhelfen könnte.

    Die komischen Schatten oben auf der Zeichnung ist vom Licht und nicht auf der Zeichnung

    Danke
    LG Justy
     

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  2. Jam_ART

    Jam_ART Senior Mitglied

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    Hallo Justy....
    ...ist das Foto so klein...oder in Gänze so unscharf ?
    Ich finde nämlich die Haare gar nicht so schlecht...würde sie nur unscharf andeuten - wie auch die Haarschleife...oder das Band sehr ausgespart (weiss) lassen und nur die Konturen akzentuiert zeichnen....

    Ich nehme an das das Gesicht der Hauptdarsteller ist/wird...oder ?
     
  3. ErnstG

    ErnstG Senior Mitglied

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    Meine Antwort: Ganz genau hinschauen, dann sieht man wie was auszusehen hat.
    Denke ein Fell hat andere Kriterien zu erfüllen als Menschenhaar und die Schleife
    würde ich mir einfach daneben legen und sturheil abzeichnen.
    Außerdem gibt es im Netz tausende von Beispielen an denen man sich orientieren kann.
    Facebook, Instagram usw. bieten Motive zum Studieren aus allen Bereichen ohne Ende an.

    Ernst
     
  4. Justy

    Justy Mitglied

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    Hallo Werner,

    das Foto ist klein und wirklich unscharf. Nicht besonders gut geeignet zum Üben. Aber ich habe nicht auf die Unschärfe geachtet da man die Tonwerte im Gesicht so toll erkennen kann und das war für mich wichtig. Nächstes Mal werde ich mir ein Foto genauer anschauen bevor ich zu zeichnen beginne ;-)
    Habe Deinen Rat befolgt das Haarband nur akzentuiert zu zeichnen und bin mit dem Ergebnis zufrieden.

    Auch die Haare habe ich ganz gut hinbekommen.

    LG Justy
     
  5. Jaxella

    Jaxella Mitglied

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    Hallo,ich kann mir vorstellen wieso das mit dem Bleistift Schwierigkeiten mit sich bringst. Du musst quasi mit nur einer Farbe auf hellem Papier realistisch hell und dunkel darstellen. Das ist eigentlich super schwer weil du den Glanz nicht malst sondern auslassen musst damit der Bereich hell bleibt. Oder nachträglich radieren ??ich hab das noch nie gemacht.
    Ich drücke dir die Daumen, dass du mit dem Ergebnis zufrieden sein wirst.
    Ich würde wahrscheinlich für ein schwarz weiß Bild immer zumindest noch weiß für den Glanz benutzen.
    Lg Franziska
     
  6. Inge

    Inge SUPERVISOR

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    Hallo Justy,
    um diese Stoffdetails realistisch hinzugekommen, muss man sie als Form in Beleuchtung verstehen.
    Das ist nicht böse und auch nicht überheblich gemeint, sondern ganz schlicht als Feststellung.
    Also:
    Das Tuch wird von einer Seite (normalerweise hier wohl von oben/rechts ) beleuchtet. D. h. dass auf der oberen/vorderen Stelle am hellsten sein muss, sich dann langsam nach unten/innen abdunkelt.
    Die beiden Seiten gehen dann analog: An der "Vorderfront" des Tuches gibt es einen Streifen, der recht hell ist, der sich ähnlich eines Bechers oder einer Kerze dann langsam nach innen in den Schatten
    abdunkelt und innen halt ganz im Dunkel verschwindet.
    Am besten alle Elemente eines Bildes als geometrische Form mit korrektem Lichteinfall sehen und so malen, dann wird das Zeug auch plastisch und realistisch.

    Das ist halt meistens die Crux von Fotomalern: Sie haben nur ein zweidimensionales Bild vor sich, während die vom-Objekt-Maler sowieso ein 3D-Objekt haben, das die reale Form gut darstellt, da muss man es "nur" noch zeichnen.
     
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  7. Justy

    Justy Mitglied

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    Hallo Franziska,
    ich habe Deine tollen Portraits in Pastell schon bewundert, finde sie wirklich super. Mir fehlt einfach noch die Übung aber ich arbeite daran besser zu werden.

    Hallo Inge,
    vielen Dank für Deine ausführliche Info, ich habe mich leider noch nicht oder nicht viel mit Licht und Schatten befasst, daher auch meine Unsicherheit.
    Aber ich habe die Zeichnung an Hand Deiner Tipps nochmals bearbeitet.
    Ich bin froh über jede Hilfe und auch Kritik, ich will ja besser werde und habe Deine Antwort nicht böse oder überheblich gefunden.
    Jede noch so kleine Anregung bringt mich wieder ein Stückchen weiter.

    Ich danke Euch beiden
    LG Justy
     
  8. Justy

    Justy Mitglied

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    8
    habe die Zeichnung schon vor längerer Zeit fertig gemacht und heute dem Opa vom Baby über Mail die Zeichnung geschickt.

    Opa meinte, die Augen und der Mund stimmen nicht. Ich füge jetzt das Foto und die Zeichnung ein und bitte um Eure Tipps und Meinungen was an Augen und Mund nicht richtig ist.

    Vielen Dank Justy
     

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  9. Geli

    Geli Senior Mitglied

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    Hallo Justy,
    ich finde dein Portrait sehr gelungen. :hearteyes:Der Opa jammert auf hohem Niveau. :eek:

    Aber wenn ich gaaanz genau gucke fallen mir ein paar Winzigkeiten auf.

    -Die Augen stehen zu weit auseinander
    -Das Baby hat diesen süßen Silberblick. Der fehlt beim Portrait, heißt, Stellung von Iris und Pupillen ist nicht korrekt
    - Wenn du jeweils eine Gerade durch die Augenwinkel, Nasenlöcher und Mundwinkel ziehst, sollten diese Geraden parallel zueinander sein. Das ist bei dir nicht ganz der Fall. Nase und Augen stimmen beim Portrait da nicht zum Mund
    - Die Unterlippe wirkt zu voll. Da musst du auch nochmal schauen
    -Im Gesamten noch wieder mutiger mit Schatten und Licht arbeiten. Das Gesicht wirkt durch die sehr zaghaften Kontraste etwas flach

    Aber wie gesagt. Jammern auf hohem Niveau. ;)
     
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  10. Inge

    Inge SUPERVISOR

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    Die gleichen Dinge wie Geli, plus links fehlt die Backe, hierdurch wird das Baby etwas rechtslastig von der Breite. Auf dem Foto steht die Backe etwas mehr rundlich vor.
    Wenn du die Schattierungen etwas kräftiger machst, rundet sich der Kopf auch mehr ab, wird weniger Pfannkuchen: Zwischen den Augen z. B. ist nicht eine breite einfarbige Fläche, sondern es geht rechts und links der Nase tiefer.
    Deshalb schaut die Strecke auch breiter aus als auf dem Foto. rechts an der Schläfe ist richtung Haaransatz die Rundung weiter weg als vorne auf der Backe, trotzdem auf der Zeichnung die gleiche Farbe = die gleiche Tiefe und so weiter.
    Nutze einfach die Graustufen bis zum Dunkelschwarz alle aus, dann klappt das auch mit den Augen. Die sind eigentlich soweit ganz richtig, nur sind sie halt heller als auf der Vorlage, so dass dir für die Umgebungsausarbeitung nicht mehr so
    viele Grautöne bleiben und du eher weiß gelassen hast.

    Leider hast du bei der Vorlage von der Beleuchtung her nicht so das Leidchteste erwischt. Günstig ist das Licht eher von vorne/seitlich, hier hast du aber im Gesicht recht viel Schatten.

    Wenn du vergleichen willst, stell einfach mal Vorlage und Zeichnung auf den Kopf, dann stechen die Unterschiede viel mehr heraus, weil man nicht so sehr im Hirn auf "Person! Person!" getrimmt ist, sondern Flächen und Linien mehr neutral betrachten kann.
     
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  11. Justy

    Justy Mitglied

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    Vielen Dank Geli und Inge für eure ausführliche Antwort. Ich bin wirklich froh über Eure Tipps und werde die Zeichnung nochmals überarbeiten.
    Ja es stimmt, das Mutige fehlt mir noch. Aber ich werde weiter üben.

    Die Zeichnung ist ja ein Geschenk für Opa und wenn sie ihm nach der Überarbeitung noch immer nicht gefällt dann bekommt er sie eben nicht.

    Liebe Grüße
    Justy
     
  12. birdy

    birdy Senior Mitglied

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    Einige Tips wurden ja schon gegeben, an die ich auch dachte....und es fällt mir noch für weitere Portraits ein:
    Versucht soweit wie möglich, nicht solche direkten Fotos zu verwenden, ich nehme an, das sind Aufhellblitze o.ä. (Digicam, Handy) die das Gesicht, die Haare und Kleidungsstücke gleichmässig ausleuchten.
    Fotographen achten fast immer auf seitliches Licht, nicht ohne Grund. Also, wenn möglich seitlich zum Fenster, oder zusätzlich mit Schreibtischlampe o.ä.......wenns möglich ist, und man nicht ausschliesslich so ein Foto zur Verfügung hat.

    Vom "Strich" her gefällts mir, bin sicher dass mit ein paar Ratschlägen die bereits gegeben wurden, das ein wunderschönes Bild wird.

    lg,
    Erwin
     
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  13. Justy

    Justy Mitglied

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    Danke Erwin für Deinen Zuspruch dass es ein schönes Bild wird. Das Foto ist ja wirklich nicht optimal aber die anderen die ich bekam sind noch schlechter. Leider konnte ich nicht selber fotografieren und kenne auch das Baby nicht.
    Aber mit einem guten Foto wäre das Baby sicherlich etwas leichter zu zeichnen.
    Danke
    LG Justy
     
  14. Inge

    Inge SUPERVISOR

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    Da hast du etwas ganz, ganz Wichtiges angesprochen, Justy: Wenn man bei einem Portrait (egal Tier oder Mensch) Denjenigen nicht kennt, kann man dem Bild nie so wirklich den letzten Schliff geben.
    Wie soll man pfiffig/verschmitzt/schüchtern/treudämlich/neugierig/überheblich/forsch.... herausarbeiten, wenn man eigentlich keine Ahnung hat, was zutrifft?
    Wenn man seidige Pferdelippen und -Ohren (oder eben bei einigen Tieren auch struppige) streichelt oder vielleicht die ab und an fiesen Schnapper eines Junghengstes mitbekommt, kann man ihn auf dem Portrait einfach mehr Leben einhauchen.
    Vor einiger Zeit habe ich eine Harley portraitieren müssen, da hat mir der Ton, die Mächtigkeit im Anrollen und der Widerschein im Sonnenlicht sehr geholfen, als ich sie dann von Fotos gemalt habe. Ohne persönliche Vorstellung mach ich sowas nicht mehr, da bin ich bloß hinterher gefrustet. Auch das war eine wichtige Lernerfahrung.